Prozesse optimieren


Effizienz ist sowohl bei der Energieerzeugung als auch bei der -verwendung eine entscheidende Größe. Wo durch Leckagen oder mangelnde Isolierung Verluste auftreten, entstehen vermeidbare Belastungen für die Umwelt sowie für die Budgets von Betrieben und Privathaushalten. Der Energieversorger Mainova setzt mit Unterstützung des UAS-Dienstleisters Droniq nun Drohnen ein, um die ordnungsgemäße Funktion von Fernwärmeleitungen zu überprüfen. Mitten in Frankfurt am Main.
Lineare Infrastruktur – beispielsweise Stromtrassen, Pipelines oder Fernwärmeleitungen – muss regelmäßig auf ihren ordnungsgemäßen Zustand überprüft werden. Denn je früher undichte Stellen oder Materialschäden erkannt werden, desto zuverlässiger lassen sich größere Schäden vermeiden. Da nicht alle Leitungsabschnitte gut und sicher zugänglich sind, ist die Kontrolle zuweilen mit großem personellen und organisatorischen Aufwand verbunden. Zum Beispiel wenn die Vegetation Leitungen verdeckt oder Rohre unter Brücken entlang geführt werden. An dieser Stelle können unbemannte Flugsysteme sehr nützliche Dienste leisten, wie Energieversorger Mainova und die Droniq GmbH zunächst in einem Testprojekt und nun seit einer Weile auch im Regelbetrieb demonstrieren.
Sicherheitsrelevant
„Die Inspektion unseres weit verzweigten Fernwärmenetzes stellt uns regelmäßig vor große logistische und sicherheitsrelevante Herausforderungen – insbesondere an schwer zugänglichen Stellen wie Brücken oder in dicht bebauten Bereichen“, erläutert Marco Pietsch, Abteilungsleiter Betrieb Wärmenetz bei Mainova. „Gemeinsam mit Droniq konnten wir erproben, wie Drohnen diese Prüfungen effizienter machen und sich rechtssicher in unsere bestehenden Abläufe integrieren lassen.“

Aktuell erfolgt die Befliegung der Teilstücke VLOS, ein automatisierter BVLOS-Betrieb ist nicht geplant
Bei der Inspektion von Fernwärmeleitungen fliegen Drohnen die Leitungsabschnitte ab und erfassen die Infrastruktur mit Kameras und Wärmebildsensoren. Die Aufnahmen zeigen Temperaturunterschiede, die auf mögliche Wärmeverluste oder Schäden an Übergängen und Aufhängungen hindeuten. Für die frei liegenden Abschnitte kommt in Frankfurt überwiegend die DJI M30T zum Einsatz, an manchen Stellen wird auf die Mavic 4T zurückgegriffen.
Regulatorische Herausforderung
„Unser Anspruch ist es, Unternehmen in die Lage zu versetzen, Drohnen professionell und sicher einzusetzen“, sagt Jan-Eric Putze, CEO der Droniq GmbH. „Das Projekt mit der Mainova zeigt, welches Potenzial Drohnen für die Inspektion kritischer Infrastrukturen haben – gerade im urbanen Raum.“ In einer Großstadt wie Frankfurt am Main UAS kommerziell betreiben zu können, ist regulatorisch durchaus eine Herausforderung. Aktuell können daher nur einzelne Abschnitte des mehr als 300 Kilometer langen Mainova-Fernwärmenetzes in der Main-Metropole per Drohne inspiziert werden. Die Trasse verläuft meist auf schmalen Flurstücken im Mainova-Besitz, denen beim Überflug zu folgen ist. Bestimmte Bereiche müssen jedoch trotz einer vorliegenden Allgemeinverfügung gemieden werden, sofern keine Zustimmung der Grundstückseigentümer vorliegt. Zusätzlich sind Abstimmungen erforderlich, etwa mit Krankenhäusern, die über Hubschrauberlandeplätze verfügen. In Einzelfällen erfolgten jedoch bereits heute Flüge unterhalb von Bundesstraßen sowie über Bundeswasserstraßen – ebenfalls ausschließlich auf Grundlage der Allgemeinverfügung zum eingeschränkten Einsatz von Drohnen in Wohn- und Industriegebieten, die die Mainova AG mit Droniq-Unterstützung erfolgreich beantragt hat.
Pro Einsatz können je nach Abschnitt einige Kilometer Leitung kontrolliert, die Daten anschließend dokumentiert und ausgewertet werden. Um die Drohnen selbst einsetzen zu können, bildete Droniq sechs Mainova-Mitarbeiter theoretisch und praktisch für den professionellen UAS-Einsatz aus. Ergänzend stellte das Unternehmen geeignete Drohnentechnik bereit, darunter mit Wärmebildkameras und Scheinwerfern ausgerüstete Industriedrohnen sowie kleinere Consumer-Drohnen mit einem Gewicht von unter 250 Gramm.
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