Drohnanabwehr an der NATO-Außengrenze


Finnland treibt den Ausbau seiner Fähigkeiten zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge voran. Kern des Vorhabens ist die Entwicklung neuer, geschützter Patrouillenfahrzeuge und Patrouillenboote, die speziell für den Einsatz gegen unbemannte Systeme ausgelegt sind. Mit der Umsetzung ist ein nordeuropäisches Industriekonsortium unter der Führung der Finnish Border Guard beauftragt. Während bereits mit der Auswahl und Beschaffung der Komponenten begonnen wurde, sind erste Praxistests für 2027 geplant.
Die Grenze zwischen Finnland und Russland ist mehr als 1.300 Kilometer lang. Und auch wenn es offiziell nicht so kommuniziert wird, ist die Sicherung der EU- und NATO-Außengrenze vor einer möglichen russischen Aggression eine wichtige Triebfeder des Entwicklungsprojekts unter der Leitung der Finnish Border Guard. Und daher drücken alle Beteiligten durchaus aufs Tempo.
Intelligente Netzwerkarchitektur
Marine Alutech liefert die geschützten Patrouillenboote, während Saab die entsprechenden Fahrzeuge auf Basis des Sisu-GTP-Fahrgestells entwickelt. Saab hat zudem mit der Loke-Technologie bereits Erfahrungen mit Drohnenabwehr gesammelt. Für die Integration der Einsatzdaten in die Führungs- und Managementsysteme der Finnish Border Guard sowie weiterer Sicherheitsbehörden zeichnet das finnische Unternehmen 61N Solutions verantwortlich. Eine Schlüsselrolle übernimmt Nokia. Die Defense-Sparte des Unternehmens entwickelt eine intelligente Netzwerkarchitektur, die eine sichere, leistungsfähige und hochverfügbare Kommunikation zwischen Fahrzeugen, Booten, Sensoren und Führungsstellen ermöglicht. Das Netzwerk bildet die Grundlage für den Echtzeitaustausch von Daten sowie für die Interoperabilität aller beteiligten Systeme. Dadurch entsteht ein durchgängiges Lagebild, das schnellere Entscheidungen und koordinierte Reaktionen auf komplexe Bedrohungsszenarien ermöglicht.
Patrouillenfahrzeuge und Patrouillenboote werden mit identischen Sensor-, Kommunikations- und Counter-UAS-Fähigkeiten ausgestattet und sollen künftig landesweit bei Grenzschutz-, Überwachungs- und Sicherungsaufgaben eingesetzt werden. Die Architektur des Systems ist so ausgelegt, dass sie vollständig mit den Lösungen weiterer finnischer Sicherheitsbehörden interoperabel ist und einen gemeinsamen Lageüberblick ermöglicht.
Finanzierung durch die finnische Regierung
Im nächsten Schritt wird die Finnish Border Guard zunächst Erprobungsträger für Fahrzeuge, Boote, Netzwerktechnologien und Systemintegration beschaffen. Die Evaluierungsphase ist für 2027 sowie für den Beginn des Jahres 2028 vorgesehen. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse soll anschließend über die Serienbeschaffung entschieden werden, deren Finanzierung der dann amtierenden finnischen Regierung obliegt.
Foto: Copyright Saab AB
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