Detektion, Abwehr und Betrieb von UAS


Seit dem Fund einer mit Sprengstoff versehenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle wird darüber diskutiert, wie sich Deutschland künftig vor illegaler Nutzung von UAS schützen kann. Denn klar ist, dass die aktuellen Sicherheitskonzepte nicht ausreichen. Um technisch künftig besser gewappnet zu sein, wurde am Nationalen Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme am Flughafen Magdeburg-Cochstedt ein neu geschaffenes „Technologiezentrum Drohnensicherheit“ eingeweiht.
Was wie eine schnelle und konsequente Antwort auf die jüngste Neubewertung der Bedrohungslage klingt, ist jedoch keine kurzfristige Reaktion auf den Drohnenvorfall in Leipzig/Halle. Das in Anwesenheit von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Dorothee Bär (Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt) sowie Sven Schulze, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, am Nationalen Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme eröffnete „Technologiezentrum Drohnensicherheit“ ist Teil der seit Ende des vergangenen Jahres intensivierten Aktivitäten von Bund und Ländern zur Detektion und Abwehr illegal betriebener UAS. Bei der Innenministerkonferenz am 04. Dezember 2025 hatten die Anwesenden über eine abgestimmte, bundesweite Strategie zur Abwehr hybrider Bedrohungen beraten. Das kurz darauf eröffnete und bei der Bundespolizei in Berlin angesiedelte gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) war ein erstes Resultat, nun folgt das Kompetenzzentrum in Cochstedt.
Gebündelte Expertise
„Mit dem Technologiezentrum Drohnensicherheit beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt erforschen, entwickeln und erproben wir modernste Drohnenabwehrtechnik unter realen Bedingungen“, erläutert Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). „Hier erforschen und testen wir neue Technologien in Cochstedt direkt an einer Flughafeninfrastruktur – genau dort, wo eine empfindliche Bedrohungslage herrscht. Wir bündeln die Expertise von Wissenschaft, Start-Ups und unseren Sicherheitsbehörden, um unser Land noch stärker gegenüber hybriden Bedrohungslagen zu schützen.“

Während in Cochstedt das Flughafengelände Gelegenheit für die praktische Erprobung neuer Technologien bietet, steht am DLR-Standort Braunschweig ein „Drohnenkäfig“ zur Verfügung
Während aufgrund der jüngsten Ereignisse in der öffentlichen Debatte vor allem die Themen Detektion und Abwehr illegal betriebener Systeme im Mittelpunkt stehen dürften, wird das Thema „Drohnensicherheit“ an den DLR-Standorten in Braunschweig sowie Magdeburg-Cochstedt jedoch ganzheitlicher interpretiert. Denn mit Blick auf die zunehmende Drohnennutzung wird es natürlich auch darauf ankommen, den legalen UAS-Betrieb technologisch so sicher und resilient wie möglich zu gestalten. Zu den offiziellen Aufgaben der öffentlichkeitswirksam eröffneten Einrichtung gehört daher, „wissenschaftliche Exzellenz, technologische Innovation und die praktischen Anforderungen der Sicherheitsbehörden“ zusammenzubringen und „einen wichtigen Beitrag zur sicheren und resilienten Nutzung unbemannter Systeme“ zu leisten, wie das DLR im Vorfeld der Eröffnung mitteilte.
Konkreten Problemen begegnen
„Drohnen eröffnen nicht nur enorme Chancen, sie stellen auch eine Herausforderung dar. An diesem Punkt soll das Technologiezentrum Drohnensicherheit an den DLR-Standorten Cochstedt und Braunschweig aktiv werden“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. „Durch Transfer und Wissensaustausch können neue Ansätze aus der Forschung schnell und zielgerichtet in nutzbare Lösungen überführt werden. Denn wir entwickeln Technologie nicht um ihrer selbst willen – wir lösen konkrete Probleme und decken einen konkreten Bedarf.“
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