„Capture the flag“ mit UAS-Schwärmen


Wie können unbemannte Systeme strategisch kooperieren, um flexibel und zuverlässig auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren? Und das autonom, ohne dass es eines menschlichen Eingreifens bedarf. Bei der von brigkAir und MBDA Deutschland zum zweiten Mal gemeinsam ausgerichteten Swarm Drone Challenge waren die Teilnehmenden aufgerufen, die besten Lösungen für diese große Aufgabe zu finden. Am besten gelang das, wie bei der letzten Challenge vor zwei Jahren, dem Team Flying Algorithms aus Abu Dhabi.
Sowohl mit Blick auf die kommerzielle als auch auf die militärische Nutzung unbemannter Systeme ruhen viele Hoffnungen darauf, sie künftig als Schwarm einzusetzen. Und dabei geht es nicht darum, eine möglichst große Menge an UxS parallel auf die Reise zu schicken. Es geht darum, dass eine Vielzahl von Drohnen miteinander interagiert und wie ein großer Organismus agiert, bei dem alle ihren Teil zum Gelingen einer Mission beitragen. Und das auch dann, wenn – beispielsweise bei Feindkontakt – situativ reagiert werden muss. Der Kooperationsfähigkeit kommt dabei mindestens ebenso große Bedeutung zu wie den individuellen Fähigkeiten. Oder um eine Analogie zur laufenden Fußball-Weltmeisterschaft zu bemühen: Es gewinnen nicht unbedingt die besten Einzelspieler, sondern den Pokal reckt in der Regel das am besten funktionierende Team in den Himmel.
Drohnenschwärme agieren unter realistischen Bedingungen
Um die Kompetenzen von Drohnen, Sensorik, Software und KI-Algorithmen auf eine echte Bewährungsprobe zu stellen, sind sportliche Wettbewerbe ein probates Mittel. Die Swarm Drone Challenge von brigkAIR und MBDA Deutschland brachte daher erneut Teams aus Forschung und Entwicklung zusammen, um die Leistungsfähigkeit autonomer Drohnenschwärme unter realistischen Bedingungen zu erproben. Über insgesamt acht Monate konnten sich die 16 teilnehmenden Teams aus elf Nationen miteinander messen und voneinander lernen, ehe das große Finale in Berlin stattfand. Im Rahmen der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung 2026 war der eigens errichtete Drone Pavillon Schauplatz von Live-Wettkämpfen zwischen autonomen Drohnenschwärmen. Eine echte Premiere.

Unter den aufmerksamen Augen einer hochkarätig besetzten Jury mussten die Teams zeigen, wie effizient ihre Technik im direkten Duell funktioniert
Unter den Augen einer fachkundigen Jury mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Innovationsgrad, die technische Umsetzung sowie die taktische Leistungsfähigkeit und die operative Relevanz ihrer Lösungsansätze unter Beweis stellen. Jeweils zwei Teams ließen ihre autonomen Schwärme in einer Art „Capture the Flag“-Szenario gegeneinander antreten. Die Herausforderung bestand dabei darin, dass die Schwärme ohne direkte Steuerung von außen sowohl eine Vielzahl komplexer Aufgaben lösen als auch auf die Aktivitäten des Gegners reagieren mussten. Funktionierende Koordination, schnelle Informationsverarbeitung und ein belastbares Zusammenspiel unterschiedlicher Systemkomponenten waren dabei die zentralen Erfolgsfaktoren.

Wie sich sie Bilder gleichen: Bereits vor zwei Jahren konnte sich Flying Algorithms über den Siegerscheck freuen, in Berlin gelang nun die Titelverteidigung
Wie bei der ersten Swarm Drone Challenge vor zwei Jahren setzte sich Flying Algorithms am Ende durch und konnte sich über ein Preisgeld von 50.000 Euro freuen. Das Team aus Abu Dhabi überzeugte besonders durch sein hochentwickeltes strategisches Vorgehen und die präzisen Flugmanöver. Doch nicht nur Flying Algorithms, sondern auch alle anderen Finalistinnen und Finalisten konnten sich am Ende als Gewinnerinnen und Gewinner fühlen. Denn neben dem sportlichen Wettbewerb war ein wesentliches Ziel der Swarm Drone Challenge, junge Talente mit etablierten Unternehmen in Kontakt zu bringen. Und dazu bot die ILA 2026 eine optimale Bühne.
Fotos: Paul Heinze / brigkAIR
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