Aufholjagd im Drohnenkrieg - Drones
Wie die Ukraine versucht, neue UAS-Entwicklungen aus Russland zu kontern
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    Anfang Oktober war der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz zu Besuch in Kyjiw – und Putin schickte weiter Drohnen. Russland terrorisiert die Hauptstadt der Ukraine und lässt sich dabei vom Besuch hochrangiger Staatsgäste nicht stoppen. Auch im Stadtteil Lukjaniwska ist die Zerstörung überall sichtbar. Mitten in den Trümmern versuchen die Menschen, dennoch etwas Alltag zu bewahren. Zum Beispiel in der lokalen McDonald’s-Filiale. Gleichzeitig wird fieberhaft an neuen Abwehr-Drohnen gearbeitet.

    Kyjiw, Station Lukjaniwska, Grüne Metro-Linie: Die blauen Waggontüren öffnen sich mit einem leichten Zischen. Das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste tief unter der Erde beginnt. Füße huschen über die dunklen Bodenplatten. Vorbei an mannshohen Plakaten, die für eine Brigade der Armee werben. Und vorbei an einem guten Dutzend Männern und Frauen in McDonald’s-Uniformen. Burger und Pommes müssen gerade warten. Vor einer halben Stunde jaulten einmal mehr die Sirenen. Die Apps auf den Smartphones zeigen, dass der Alarm noch nicht aufgehoben wurde. Solange keine Entwarnung gegeben wurde, geht es für das Team des Fastfood-Restaurants in die Tiefen der U-Bahn-Station. Selbst während des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz heulten die Sirenen. Oft brachte hoher Besuch in den vergangenen Kriegsjahren zumindest für ein, zwei Tage etwas Ruhe nach Kyjiw. Diesmal nicht.

    Ein unwirkliches Bild

    Die Rolltreppe zuckelt nach oben. Die Flügeltüren im Eingang schwingen auf. Draußen scheint die milde Herbst-Sonne. Schon der erste Blick offenbart ein Bild der Zerstörung. Das Viertel Lukjaniwska gilt in der ukrainischen Hauptstadt als regelrechter Magnet für Angriffe aus der Luft. Einkaufszentrum, ein Industriegebäude, Geschäfte, Markthallen – alles völlig ausgebrannt. Rußgeschwärzte Wände, eingebrochenes Mauerwerk, leere Fensterhöhlen. Das McDonald’s-Restaurant wurde bereits achtmal beschädigt. Läuft der Betrieb, sitzen in der milden Herbstsonne Gäste auf der Terrasse bei einem Shake und blicken direkt in eine gewaltige Ruine, die dunkel vor ihnen aufragt. Es ist ein unwirkliches Bild.

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    Rund um die Metro-Station zeigen die Ukrainerinnen und Ukrainer auf ihre Weise Widerstand. In dem sie mit stoischer Beharrlichkeit dem Krieg trotzen. Seit August können die Menschen die alarmfreien Stunden am Stück schon fast an einer Hand abzählen. Tausende von Drohnen und ballistischen Raketen haben in dieser Zeit Kyjiw und andere Teile des Landes angegriffen.

    Die Hauptstadt trifft es besonders hart. Trotz Zerstörung und Angriffen verkaufen Großmütterchen nahe dem Eingang zur Metro-Station vor rußgeschwärzten Wänden weiter Blumen. Der Gemüsehändler teilt sein Sonderangebot gern lautstark mit. Hinter ihm ragt der verbogene Stahl ausgebrannter Verkaufsstände in den Himmel.

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    Keine 150 Meter weiter brummt und pfeift eine große italienische Kaffeemaschine. Bei Mariia gibt es einen starken Espresso. Eine Druckwelle hat die Fenster des kleinen Straßen-Cafés splittern lassen. In die Rahmen sind nun Sperrholzplatten eingelassen. „All diese Zerstörung zu sehen, macht mich traurig“, sagt die 25-Jährige. Sie hat zuvor im nahen Supermarkt gearbeitet. „Der ist nun völlig ausgebrannt. Ich weiß, hier ist ein gefährlicher Ort zum Arbeiten. Aber ich will, dass in Lukjaniwska das Leben…


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