Daten zur Drone-Economy in der DACH-Region

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Mitten im Herzen Europas gelegen ist die Drohnenwirtschaft in Deutschland (D), Österreich (A) und der Schweiz (CH) nicht nur geographisch von zentraler Bedeutung für die europäische Drone-Economy. Dank einer Vielzahl an innovativen Unternehmen und Forschungseinrichtungen ist die DACH-Region auch technologisch ein wichtiger Wachstumstreiber der internationalen UAS-Industrie. Was für Szene-Beobachter längst klar ist, das belegen nun auch aktuelle Daten der Marktanalysten von Drone Industry Insights.

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Mit 101,72 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von 482.170 Quadratkilometern ist die DACH-Region zwar nicht exorbitant groß, die Voraussetzungen für einen aufstrebenden Wirtschaftszweig könnten insgesamt jedoch kaum besser sein. Deutschland, Österreich und die Schweiz verfügen allesamt über hoch entwickelte Volkswirtschaften, gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt liegen sie im globalen Vergleich auf den Plätzen 5 (Deutschland), 35 (Schweiz) und 44 (Österreich). Die Topographie ist abwechslungsreich, aber nicht extrem. Mit Blick auf den Einsatz von UAS als Verkehrsträger ebenfalls eine insgesamt ermutigende Bestandsaufnahme, bieten ausgeprägte Bergregionen oder auch Tiefebenen und Seenlandschaften doch verschiedene Gelegenheiten, Drohnen sinnvoll einzusetzen. Und auch Geschäftsmodelle im urbanen Kontext lassen sich perspektivisch sowohl erproben als auch mit realistischen Erfolgschancen in Metropolregionen wie Berlin, Wien oder Zürich umsetzen. Die unternehmerische Kultur kommt der Entwicklung der Drone-Economy ebenfalls zugute.

Start-ups dominieren

Der Drohnenmarkt in der DACH-Region ist stark von Start-ups geprägt, wobei 52% der Unternehmen 1-10 Mitarbeiter und weitere 24% 11-50 Mitarbeiter beschäftigen. Demgegenüber haben nur 8% der Drohnenunternehmen mehr als 500 Angestellte. Der starke Mittelstand sowie eine vitale Gründerszene – insbesondere im universitären Umfeld – tun ihr Übriges dazu, dass die wirtschaftliche Struktur grundsätzlich neuen Trends und Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen ist. Drohnenunternehmen in der DACH-Region agieren in erster Linie als Drohnen-Dienstleister (30 %), die zweithäufigste Unternehmensart sind Softwarehersteller (15 %), dicht gefolgt von Hardwareproduzenten (14 %). Die Kategorie „Sonstige“ (19 %) besteht hauptsächlich aus Beratungs-, Forschungs- und Medienunternehmen, aber auch die Bereiche Engineering und Integration (8 %), Komponenten und Systeme (7 %) sowie Schulung und Ausbildung (5 %) gehören zu den Spitzenreitern im Branchen-Ranking.

Im Vergleich zu anderen Ländern und Regionen zeichnet sich die DACH-Region durch ein recht ausgewogenes Verhältnis zwischen Herstellung und Entwicklung (Hard- und Software) sowie der Bereitstellung von Dienstleistungen aus. Diese breite Aufstellung macht die Branche weniger anfällig gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen oder auch Störungen globaler Lieferketten. Darüber hinaus sind den Umfragedaten von Drone Industry Insights zufolge etwa zwei Drittel der Drohnenunternehmen in der DACH-Region Mitglied in einem Drohnenverband und bringen sich auf diese Weise mehr oder weniger aktiv in die Entwicklung der Rahmenbedingungen für den eigenen Erfolg ein.

Regulierung als Herausforderung

Mit Blick auf die internen Hausaufgaben dominiert derzeit die Notwendigkeit, über Marketing- und Sales-Aktivitäten das eigene Produkt beziehungsweise Geschäftsmodell erfolgreich am Markt zu etablieren. Was die externen Faktoren angeht, die die befragten Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Bezug auf die derzeitigen Prioritäten angeben, sind die Ergebnisse ebenso wenig überraschend. Nach innenpolitischen Parametern betrachten die Drohnenunternehmen in der DACH-Region die Regulierung als die zweitgrößte Herausforderung für die Branche. Bei Lichte betrachtet dürfte es sich dabei im Wesentlichen um den großen Gesamtkomplex der gesetzlichen Vorgaben sowie der Umsetzung durch lokale Behörden handeln. Viele Umfrageteilnehmer äußerten jedoch mehrere Probleme in Bezug auf die Regulierung, einschließlich mangelnder Harmonisierung und langsamer Genehmigungsverfahren. Einige sprachen sogar von „strangulierender Regulierung“.

Im internationalen Vergleich blickt die Branche jedoch insgesamt recht optimistisch in die Zukunft. Auf dem „Drone Industry Optimism“-Index verzeichnet die DACH-Region einen Wert von 6,9 und liegt damit leicht über dem globalen Durchschnitt (6,6). Bemerkenswert ist vor allem auch die deutlich positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr, wo der Stimmungsindex im Raum Deutschland/ Schweiz/Österreich noch bei 6,0 lag. Ein erfreuliches Zeichen. Alles in allem stellt die DACH-Region also einen fruchtbaren Boden für die Drohnenindustrie dar, der sich durch die Agilität von Start-ups und eine solide Zusammenarbeit zwischen Dienstleistern, Software- und Hardwareherstellern auszeichnet.


Mit Material von Drone Industry Insights




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