Unbemannte Systeme zur Bewältigung von Katastrophenlagen - Drones
DLR erprobt Fusion unterschiedlicher Daten zu einem vollständigen Lagebild

Unbemannte Systeme zur Bewältigung von Katastrophenlagen

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    Ob bei Extremwetterereignissen oder im militärischen Krisenfall: Um Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zur Rettung von Personen in Notlagen zielgerichtet und bestmöglich zu koordinieren, ist ein optimales Situationsbewusstsein entscheidend. Denn oft ist es nicht ein Informationsdefizit, das Hilfsmaßnahmen erschwert. Wie eine effiziente Lagebilderfassung, Einsatzplanung und -durchführung aussehen könnte, versucht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt im Projekt RESITEK herauszufinden.

    Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Oder hat einfach Mühe, den gesuchten Stamm aus der schieren Masse herauszufiltern. So ähnlich ergeht es Einsatzleitstellen zuweilen in unübersichtlichen Krisenlagen. Vermutlich war das auch im Sommer 2021 nach der verheerenden Flut im Ahrtal der Fall. Um bei der Vielzahl an Informationen den Überblick zu behalten sowie die Hilfs- und Rettungsmaßnahmen zu koordinieren, benötigen Rettungskräfte neben bestmöglicher Ausrüstung auch ein optimales, übersichtliches Lagebild. In Echtzeit.

    Unbemannte Systeme liefern Echtzeit-Daten

    Dafür müssen unterschiedlichste Datenquellen und Einsatzmittel – von UAS und Helikoptern über bemannte sowie unbemannte Land- und Wasserfahrzeuge bis hin zu Satellitendaten – zusammengeführt werden. Gleichzeitig gilt es, die Informationen zu filtern und zu sortieren. Denn neben der Hilfe für Menschen in Not gilt es, die Resilienz der Stromnetze zu stärken, die Versorgung zu gewährleisten und eine sichere Kommunikation zu ermöglichen – auch bei zerstörter Infrastruktur.

    Da dafür Kompetenzen in ganz unterschiedlichen Disziplinen erforderlich sind, widmen sich im Projekt RESITEK (Resiliente Technologien für den Katastrophenschutz) insgesamt 16 Einrichtungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gemeinsam der Entwicklung einer modularen, stetig erweiterbaren Daten- und Visualisierungsplattform, die ein kontinuierliches Lagemonitoring sowie eine optimierte Einsatzplanung und -überwachung ermöglichen soll. Das Ziel ist es, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in die Lage zu versetzen, im Ernstfall bestmöglich zu reagieren.

    Um die unübersichtliche Gesamtlage und schnell einzuordnende Daten aus unterschiedlichen Quellen bestmöglich erproben zu können, war das Übungsszenario besonders komplex angelegt

    Um Ideen zu testen und Fortschritte zu überprüfen, sind zwei große Übungen Teil der RESITEK-Roadmap. Während im Herbst in Braunschweig erprobt werden soll, wie auf einen verheerenden Sturm reagiert werden kann, war im Juni 2026 das Ahrtal Schauplatz einer Übung zum Umgang mit den Folgen eines extremen Starkregenereignisses. Dort also, wo sich vor fast genau fünf Jahren nach tagelangen Regenfällen eine der größten Naturkatastrophen der deutschen Nachkriegsgeschichte ereignet hatte.

    Verlässliche Informationen sind entscheidend

    „Unvollständige oder verzögerte Lageinformationen, fehlende Verbindungen sowie unzureichend vernetzte Akteure können die Effizienz von Einsatzmaßnahmen im Katastrophenfall erheblich beeinträchtigen. Schadensereignisse wie großflächige Hochwasserlagen, Stürme oder Stromausfälle zeigen die hohe Abhängigkeit der Gesellschaft von funktionierenden kritischen Infrastrukturen“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR.

    Mit Hilfe von Satellitendaten, Drohnenflügen und Erkundungsmissionen mit robotischen Systemen wie dem vom World Food Programme (WFP) bereitgestellten Amphibienfahrzeug SHERP ging es bei der groß angelegten Übung darum, nach der Alarmierung so schnell und großflächig wie möglich Informationen zu sammeln und diese in eine Lageburteilung zu überführen. Zusätzlich wurde ein lokales Kommunikationssystem aufgebaut, über das Einsatzkräfte Informationen austauschen konnten. „RESITEK zeigt, wie moderne Technologien den Katastrophenschutz stärken können. Entscheidend ist dabei nicht nur die Leistung einzelner Systeme, sondern ihr Zusammenspiel“, weiß Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla. Und dabei ist der Weg bereits Teil des Zieles. „Alle beteiligten Partner profitieren von dem während der Übung stattfindenden intensiven Wissensaustausch.“


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