Mit der Drohne über der „Insel der Schönheit“


Wer sich der französischen Mittelmeerinsel Korsika nähert, erkennt schnell, dass hier vieles anders ist als an anderen Urlaubszielen im Süden Europas. Schroffe Gebirgszüge steigen direkt aus dem Meer empor, alte Bergdörfer kleben an den Hängen, und zwischen dichten Macchia-Landschaften öffnen sich immer wieder Buchten mit glasklarem Wasser in beinahe surrealen Farben. Genau diese Kontraste machen Korsika zu einem Paradies für Foto- und Videografen. Besonders aus der Luft.
Korsika besitzt rund 1000 Kilometer Küstenlinie und zählt zweifellos zu den abwechslungsreichsten Inseln Europas. Aus der Luft zeigt sich diese Vielfalt besonders eindrucksvoll. Türkisfarbene Lagunen wechseln sich mit tiefblauen Buchten ab, helle Sandstrände gehen plötzlich in dunkle Kiesküsten über, und direkt hinter der Küste steigen bewaldete Berge in die Höhe. Genau diese Gegensätze machen die Insel für Drohnenaufnahmen so faszinierend.
Markante rote Felsen
Unsere Reise führte meine Frau und mich zunächst in die Balagne im Nordwesten der Insel – eine Region, die oft als „Garten Korsikas“ bezeichnet wird. Hier liegen einige der schönsten Küstenorte der Insel, eingebettet zwischen Bergen, Olivenhainen und dem Meer. Besonders beeindruckt hat uns L’Île-Rousse. Die Stadt verdankt ihren Namen den markanten roten Felsen, die vor allem bei tiefstehender Sonne spektakulär leuchten. Aus der Luft entsteht hier ein beeindruckendes Farbspiel zwischen roten Granitformationen, türkisfarbenem Wasser und den hellen Fassaden der Altstadt. Der kleine Leuchtturm auf der vorgelagerten Halbinsel bot eines der schönsten Motive unserer gesamten Reise.

Die Bilder von der „Insel der Schönheit“ sind mit Hilfe einer DJI Mini 4 Pro entstanden
Nur wenige Kilometer entfernt liegt das Bergdorf Monticello. Während die Küstenorte lebendig und touristisch geprägt sind, erlebt man hier das traditionelle Korsika. Enge Gassen, alte Natursteinhäuser und immer wieder fantastische Ausblicke auf die Küste prägen das Bild. Besonders in den frühen Morgenstunden lag eine fast meditative Ruhe über dem Dorf. Mit der Drohne eröffnen sich dort Perspektiven, die die besondere Lage zwischen Bergen und Meer perfekt einfangen.
Der Duft der Insel
Auch Corbara hinterließ bleibenden Eindruck. Das kleine Bergdorf ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen durch die typische korsische Landschaft. Überall liegt der Duft der Macchia in der Luft – eine Mischung aus Kräutern, wilden Blumen und Obstbäumen, die auf Korsika allgegenwärtig ist. Dieser Duft gehört ebenso zur Insel wie das Meer selbst und begleitet einen nahezu überall.

Macchia-Landschaft der Balagne – typisch korsische Vegetation mit intensiven Düften von Kräutern und Obstbäumen
Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise war Calvi. Die Stadt zählt zu den bekanntesten Orten Korsikas und verbindet historischen Charme mit mediterranem Lebensgefühl. Besonders die mächtige Zitadelle, die hoch über der Bucht thront, wirkt aus der Luft betrachtet spektakulär. Früh am Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Festungsmauern beleuchten und die Yachten im Hafen noch ruhig im Wasser liegen, entstehen dort einzigartige Aufnahmen. Gleichzeitig zeigt Calvi auch die andere Seite Korsikas: elegante Cafés, lebendige Promenaden und eine entspannte Atmosphäre direkt am Meer.
Höhlen und bizarre Gesteinsformationen
Natur pur erlebten wir im UNESCO-Welterbe Scandola. Das Naturschutzgebiet an der Westküste zählt zu den beeindruckendsten Landschaften des Mittelmeers. Gewaltige rote Felsformationen fallen dort steil ins Meer ab. Höhlen und bizarre Gesteinsformationen wechseln sich mit kleinen Buchten ab. Das Wasser leuchtet in intensiven Blau- und Grüntönen. Viele Bereiche sind nur per Boot erreichbar, wodurch die Landschaft ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat. Gerade aus der Luft wirken die Formen und Farben beinahe surreal.

Das Bergdorf Monticello bietet spektakuläre Ausblicke auf die Küste und das Mittelmeer
Korsika ist jedoch vor allem für seine Strände bekannt – und tatsächlich besitzt die Insel einige der schönsten Europas. Besonders beeindruckend ist die Plage de Saleccia. Der Strand liegt abgelegen in der Désert-des-Agriates-Region und ist nur per Boot oder über eine anspruchsvolle Offroad-Piste erreichbar. Genau diese Abgeschiedenheit macht seinen besonderen Reiz aus. Aus der Luft wirkt Saleccia fast karibisch: weißer Sand, kristallklares Wasser und dichte Pinienwälder direkt hinter den Dünen.
Geheimtipp mit feinem Sand und türkisfarbenem Wasser
Aber auch weniger bekannte Orte begeisterten uns. Die Plage de Bodri erwies sich als echter Geheimtipp mit feinem Sand und intensiv türkisfarbenem Wasser. Die geschwungene Küstenlinie bot ideale Motive für ruhige, cinematische Aufnahmen. Ähnlich beeindruckend war die Plage de Lozari, die im Mai noch angenehm ruhig war. Die hufeisenförmige Bucht entfaltet besonders aus größerer Höhe ihre ganze Schönheit.

Plage de l’Ostriconi: Wo Süßwasser und Meer aufeinandertreffen, entstehen faszinierende Muster im Sand
Einer der eindrucksvollsten Strände der Reise war die Plage de l’Ostriconi. Dort trifft ein Süßwasserfluss auf das Meer und bildet dabei faszinierende Strukturen im Sand. Aus der Luft entstehen dadurch fast abstrakte Landschaftsformen, die ständig vom Wasser verändert werden.
Rau, ursprünglich und beinahe unberührt
Neben den Küstenregionen wollten wir jedoch auch das wilde Herz Korsikas erleben. Deshalb führte uns die Reise ins Landesinnere nach Corte und ins Restonica-Tal. Die Berge Korsikas wirken rau, ursprünglich und beinahe unberührt. Enge Straßen schlängeln sich durch tiefe Schluchten, während kristallklare Gebirgsbäche durch die Täler fließen. Das Restonica-Tal zählt zu den spektakulärsten Naturregionen der Insel und bietet unzählige Möglichkeiten für Landschaftsaufnahmen. Besonders die Kombination aus Granitfelsen, Wäldern und Wasserfällen erzeugt aus der Luft beeindruckende Kontraste.

Küstenstraße der Balagne – Atemberaubende Panoramen begleiten nahezu jede Fahrt entlang der Küste
Corte selbst gilt als historische Hauptstadt Korsikas und besitzt eine besondere Atmosphäre. Die Zitadelle thront hoch über der Stadt und vermittelt bis heute den Stolz und die Eigenständigkeit der Korsen. Gerade hier spürt man, dass Korsika zwar zu Frankreich gehört, jedoch eine ganz eigene Identität besitzt.
Automatische Entschleunigung
Was Korsika für uns letztlich so besonders macht, ist jedoch nicht nur die Landschaft. Es ist die Mischung aus Ursprünglichkeit, Gelassenheit und einer Natur, die vielerorts noch ungezähmt wirkt. Die Insel zwingt einen fast automatisch, langsamer zu werden und genauer hinzusehen. Genau darin liegt auch der besondere Reiz der Luftbildfotografie: Landschaften nicht nur abzubilden, sondern auch ihre Strukturen, Farben und Dimensionen sichtbar zu machen.

Korsikas Farbpalette aus der Luft: Türkisblaues Wasser, helle Strände und rote Granitfelsen machen die Insel einzigartig
Korsika ist ein Ort voller Kontraste – zwischen Meer und Bergen, Wildnis und mediterraner Eleganz, Ruhe und Abenteuer. Für Fotografen und Videografen bietet die Insel unzählige Möglichkeiten, neue Perspektiven zu entdecken. Und wer auch nur ein bisschen die Zeit dafür nimmt, wird feststellen, dass Korsika ihren Beinamen „Insel der Schönheit“ völlig zurecht trägt.
DROHNENGESETZE IN FRANKREICH
Die Vorgaben für den UAS-Betrieb in Frankreich entsprechen im Wesentlichen den Vorschriften, die auch in anderen europäischen Nationen gelten, in denen die einschlägigen EU-Drohnenverordnungen in nationales Recht überführt wurden. Pilotinnen und Piloten müssen als solche registriert sein, außer die von ihnen betriebene Drohne wiegt weniger als 250 Gramm und ist nicht mit Sensoren zur Erfassung personengebundener Daten ausgestattet. Auch der Kenntnisnachweis A1/A3 ist für den Betrieb von UAS mit einer Startmasse von mindestens 250 Gramm erforderlich. Geflogen werden darf grundsätzlich bis zu 120 Meter über Grund, natürlich stets in Sichtweite und nur außerhalb von Flugverbotszonen wie etwa über Nationalparks, historischen Bauwerken oder rund um Flughäfen. Empfehlenswerte Informationsquellen für Pilotinnen und Piloten, die eine Drohne in Frankreich betreiben wollen, sind die Internet-Plattformen https://alphatango.aviation-civile.gouv.fr sowie https://www.geoportail.gouv.fr/
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