UAV DACH unterstützt Initiative im Deutschen Bundestag

Deutschland ist im unteren Luftraum häufig blind. Das hat der jüngste Vorfall mit einer mit Sprengstoff versehenen Drohne am Flughafen Leipzig-Halle gezeigt. Geeignete Überwachungstechnologien sind zwar vorhanden, doch zu oft sind Zuständigkeits- und Finanzierungsfragen weiterhin ungeklärt. Daher unterstützt der UAV DACH – European Association for Unmanned Aviation den Vorstoß der Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag, um klare Regeln und eine gesetzliche Grundlage zur Abwehr illegal betriebener Drohnen zu schaffen.
Praxistauglich definierte Regelungs- und Kontrollkompetenzen, die elektronische Sichtbarkeit aller bemannten und unbemannten Teilnehmer am unteren Luftraum sowie eine konsequente Bekämpfung des illegalen Drohnenbetriebs sind Grundvoraussetzungen dafür, dass das volle wirtschaftliche und soziale Potenzial der kommerziellen unbemannten Luftfahrt erschlossen werden kann. Daher hat der Industrieverband UAV DACH – European Association for Unmanned Aviation bereits im Dezember 2025 einen Forderungskatalog zum Thema Drohnendetektion und -abwehr veröffentlicht. Allerdings sind einige zentrale Punkte weiterhin ungeklärt. Die Grünen sprechen diese Punkte in ihrem heute vorgestellten Antrag an und fordern die Bundesregierung zum Handeln auf. „Wir unterstützen die Initiative der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag ausdrücklich. Hoffentlich bleiben jetzt die üblichen Reflexe zwischen Regierung und Opposition aus und man ist bereit, gemeinsam Lösungen zu finden. Denn die Zeit drängt“, sagt Dr. Gerald Wissel, Vorsitzender des Vorstands des UAV DACH. „Vor allem die Forderung nach einem Echtzeit-Lagebild sowie die verpflichtende Einführung eines Standards zur elektronischen Erkennbarkeit von Luftfahrzeugen im unteren Luftraum via ADS-L haben wir in den vergangenen Monaten daher immer wieder formuliert.“
Stand heute ist Deutschland jedoch weiterhin nicht in der Lage, jederzeit effizient und effektiv auf illegal genutzte Drohnen und die von ihnen möglicherweise ausgehende Bedrohung zu reagieren. Insbesondere die föderale Struktur der Sicherheitsarchitektur, die sich an terrestrischen Merkmalen orientiert, ist ganz offensichtlich nicht geeignet, den Möglichkeiten moderner Drohnentechnologie zu begegnen. Daher müssen die erforderlichen Kompetenzen im Bereich der Drohnendetektion und -abwehr auf Bundesebene gebündelt, die entsprechenden Maßnahmen koordiniert sowie unter Einbeziehung der Länder und gegebenenfalls auch lizenzierter Privatunternehmen umgesetzt werden. Nur so können eindeutige Zuständigkeiten geschaffen, Alleingänge sowie ein Flickenteppich an Maßnahmen verhindert und ein europaweit koordiniertes Vorgehen gesichert werden.
„Die aktuellen Schutzkonzepte müssen dringend nachgeschärft und eine zentrale Verantwortlichkeit auf Bundesebene geschaffen werden“, fasst Dr. Gerald Wissel zusammen. „Die vom UAV DACH Ende des vergangenen Jahres vorgelegten konkreten Maßnahmen für eine effektive sowie effiziente Drohnendetektion und -abwehr in Europa sollten dabei aus unserer Sicht als Leitfaden dienen, um diese wichtige Aufgabe entschlossen und wirksam anzugehen.”
Hintergrund: Im Dezember 2025 hat der UAV DACH eine Liste mit sechs Forderungen für eine effektive und effiziente Drohnendetektion und -abwehr im Interesse der Öffentlichkeit und des kommerziellen Drohnenbetriebes veröffentlicht. Sie finden das Dokument (PDF) hier zum Download: bit.ly/UAVDACH_DDA
Über den UAV DACH
Der UAV DACH ist der älteste und größte europäische Industrieverband für unbemannte Luftfahrt mit mehr als 250 Mitgliedern aus über 10 Ländern. Seit seiner Gründung im Jahr 2010 engagiert sich der Verband mit Sitz in Berlin mit seiner Expertise und intensiven Mitarbeit in zahlreichen nationalen, europäischen und internationalen Gremien und Organisationen.
Der UAV DACH vertritt die Interessen kommerzieller Drohnenanwendungen in Europa und verfolgt folgende Ziele:
– Förderung einer wachsenden und wettbewerbsfähigen nationalen und europäischen UAS-Industrie
– Reale Anwendungsfälle durch klare und praxisnahe Regeln ermöglichen
– Öffentliche Akzeptanz durch Sichtbarkeit, Transparenz und Sicherheit stärken
– Missbräuchliche oder illegale Drohnenaktivitäten bekämpfen und sanktionieren
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