International Drone Show in Odense: Miteinander sprechen, voneinander lernen

Drohnen für militärische Einsatzzwecke – und darüber hinaus

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    Dass der Weg vom guten Produkt zum marktfähigen Angebot beschwerlich sein kann, erleben zahlreiche Unternehmen in der UxS-Industrie derzeit aus erster Hand. Kein Wunder also, dass Kooperation und Vernetzung für viele Firmen derzeit weit oben auf der Agenda stehen. Das Motto: Miteinander sprechen, um voneinander zu lernen – und anschließend gemeinsam einen Markt zu entwickeln. Eine Plattform, die dafür den Rahmen bieten möchte, ist die International Drone Show in Odense, Dänemark.

    Wer bereits seit einigen Jahren regelmäßig Anfang Juni zum Hans-Christian-Andersen-Airport kommt, wird sich bestimmt noch an die Anfänge der International Drone Show (IDS) erinnern. Was in den doch einigermaßen beengten Räumlichkeiten des kleinen Terminals begann, ist mittlerweile längst den Kinderschuhen entwachsen. Wo in den Anfängen noch die regulären Parkplätze des Regionalflughafens ausreichten, sind mittlerweile auch die Wiesen und Wege drumherum voll mit Pkw. Was früher eher ein Geheimtipp war und über die nordeuropäische Drohnencommunity hinaus noch recht wenig Aufmerksamkeit fand, lockt mittlerweile Besucherinnen und Besucher buchstäblich aus aller Welt an. Damit ist man, was Fläche und Teilnehmende angeht, zwar natürlich nicht auf Augenhöhe mit Events wie der europäischen Leitmesse XPONENTIAL Europe. Aber dank des besonderen dänischen „Hygge-Charmes“ sowie einer nahezu herzlichen Atmosphäre hat die Veranstaltung doch etwas sehr Besonderes an sich – und bewahrt es sich trotz neuer Dimensionen.

    Ganz im Zeichen militärischer Anwendungsszenarien

    Getrieben wurde dieses zuletzt nahezu sprunghafte Wachstum insbesondere durch die enorme Beachtung, die unbemannte Systeme im Bereich der Landes- und Bündnisverteidigung sowie bei den unterschiedlichsten Sicherheitsbehörden erhalten. Spätestens seit dem vergangenen Jahr steht die IDS eindeutig im Zeichen militärischer Anwendungsszenarien – inklusive einer kleinen, lautstarken, aber immer friedlichen Protestkundgebung vor dem Airport-Gelände.

    Nicht nur an den Ausstellungsständen, auch im Konferenzprogramm nahm die militärische Nutzung unbemannter Systeme breiten Raum ein

    Genau wie die Anzahl der Militäruniformen auf den Gängen zwischen den Messeständen ist auch die Anzahl der Unternehmen aus der Ukraine und anderen Teilen Osteuropas, die sich und ihre Produkte in Odense präsentieren, im Laufe der Jahre gewachsen. Die Bandbreite reicht dabei von fast schon „klassischen“ Aufklärungssystemen in VTOL-Ausführung über Multikopter zum Materialtransport oder zur Signalverstärkung bis hin zu kleinen „One-Way-FPV-Drohnen“. Neu in diesem Jahr war, dass auch Loitering-Munition und Interceptor-Drohnen selbstverständlicher Bestandteil des Angebotsspektrums waren. Oder um es auf den Punkt zu bringen: Die ausstellenden Unternehmen zeigten von Aufklärung und elektronischer Kriegsführung über Angriffsoptionen bis hin zur aktiven Drohnenabwehr so ziemlich alles, was für militärische Nutzergruppen von Interesse ist. Allerdings mit einem klaren Fokus auf unbemannte Luftfahrzeugsysteme, Land- und Wasserdrohnen waren eindeutig in der Minderheit.

    Die gesamte Wertschöpfungskette im Blick

    Ein weiterer Trend, der sich in Odense wie auf anderen Messen und Events beobachten lässt, ist, dass neben den unbemannten Systemen zunehmend auch die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick genommen wird. Und dazu gehört, sich hinsichtlich des Preises und der Effizienz sowie einer möglichst kostengünstigen Massenfertigung bestmöglich aufzustellen. Die bei der IDS26 gezeigten Zubehörprodukte und Komponenten sowie Dienstleistungs- und Beratungsangebote stießen demzufolge auf nicht minder großes Interesse als die Drohnen und Payloads. Die Bandbreite reichte von Motoren und Steckverbindungen über Werkstoffe und Fertigungsdienstleistungen bis hin zu Serviceangeboten für Bauteildesign oder internationale Expansion. Besonders auffällig: Gleich mehrere Batterieanbieter zeigten, welche Performancesteigerungen mit individuell konfigurierten Zellen und Packs möglich sind.

    Der Austausch von Informationen und praktischen Erfahrungen gehört bei der International Drone Show genau wie den meisten UxS-Events zu den wesentlichen Gründen für die Teilnahme

    Zu den wesentlichen „Standortvorteilen“ des Events in Odense gehört natürlich die Location. Am Hans-Christian-Andersen-Airport – Heimat des UAS Test Center Denmark – sind die Voraussetzungen für Live-Demonstrationen natürlich optimal. Allerdings gehört zur Wahrheit dazu, dass im Rahmen der IDS bislang tatsächlich eher klassische Produktvorführungen stattfinden. Also das Vorfliegen und Erklären von Systemen. Dass die dort gezeigten Drohnen stabil fliegen und die Payloads höheren Anforderungen genügen können, sollte man beim jetzigen Stand der UAS-Industrie allerdings voraussetzen können. Hier wäre es spannend, wenn die Veranstalterinnen und Veranstalter mit Blick auf das kommende Jahr vielleicht noch einen weiteren Entwicklungsschritt gehen und Themen wie BVLOS, Multi-Drone- oder Multi-Domain-Operations adressieren könnten. Denn es lohnt sich ganz sicher, darüber miteinander zu sprechen und voneinander zu lernen.

    DISCLOSURE
    Das Magazin Drones ist Medienpartner der International Drone Show in Odense.


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