Warum Drohnenschwärmen und Multi-Domain-Operations die Zukunft gehört

Alle für einen, einer für alle

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    Viele Hände, schnelles Ende. Wenn größere Gruppen kollaborativ zusammenarbeiten, lassen sich Aufgaben in kürzester Zeit erledigen, für die jedes Individuum selbst eine Ewigkeit bräuchte. Das gilt auch mit Blick auf unbemannte Systeme. Dieser Effekt wird verstärkt, wenn einzelne Teile eines Drohnenschwarms über spezialisierte Fähigkeiten verfügen, die Gruppe sich selbständig untereinander koordiniert oder verschiedene Schwarmmitglieder in unterschiedlichen Elementen unterwegs sind.

    Am Ende des Tages geht es um Kosten, Effizienz und Geschwindigkeit. Oder darum, einen militärischen Kontrahenten durch schiere Masse in Bedrängnis zu bringen. Mit fortschreitender technologischer und konzeptioneller Reife von unbemannten Systemen rückt zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wie das unbestritten gewaltige Potenzial dieser disruptiven Technologie weiter gesteigert werden kann. Eine Antwort: Drohnenschwärme. Denn wenn parallel mehrere UxS an derselben Aufgabe arbeiten, lassen sich Skaleneffekte erzielen. Je mehr Drohnen beispielsweise parallel ein Gebiet überfliegen, desto schneller lassen sich vermisste Personen, feindliche Stellungen oder Glutnester finden. Zumal dann, wenn die Schwärme vernetzt agieren und sich gegenseitig automatisiert mit Informationen versorgen, sodass kein menschliches Eingreifen erforderlich ist, um sowohl best- als auch schnellstmöglich auf aktuelle Ereignisse reagieren zu können. Hat die Kundschafterdrohne einen Brandherd lokalisiert, kann die Löschdrohne mit den benötigten Koordinaten versorgt werden, um sofort mit der Bekämpfung eines Waldbrandes zu beginnen. Und das völlig selbstständig innerhalb eines Schwarmverbundes.

    „Werkzeugkoffer“

    Denkt man das Prinzip des Schwarmes weiter, landet man bei den sogenannten Multi-Domain-Operations. Also beim Miteinander fahrender, schwimmender und fliegender Drohnen. Neben der Erhöhung der Anzahl der miteinander arbeitenden Einheiten lässt sich so auch der Faktor Mensch weiter aus der Gleichung entfernen. Je weniger menschliches Eingreifen benötigt wird, desto kostengünstiger, schneller und fehlerunanfälliger laufen die Prozesse in der Regel ab. Und das verbliebene menschliche Personal kann sich auf Planung und Kontrolle konzentrieren.

    Entscheidend sind also weniger die unbemannten Systeme selbst. Diese sind eher als eine Art von Tool zu verstehen, die je nach zu erledigender Aufgabe eingesetzt werden können. Zentral für den koordinierten UxS-Einsatz ist daher – sowohl im zivilen wie im militärischen Betrieb – eine universell nutzbare Planungs- und Überwachungssoftware. Diese bildet den Kern vernetzter Systeme. Dabei gilt, dass eine offene Systemarchitektur der Schlüssel zur bestmöglichen Nutzbarkeit ist. Denn je größer die Freiheit ist, spezialisierte Drohnen und Payloads in den „Werkzeugkoffer“ aufzunehmen, desto größer ist auch das Einsatzspektrum. Und desto effizienter lassen sich Skalierung und Effizienzsteigerung erreichen.

    Foto: DLR






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