„Physical AI“: Intelligente Robotik wird zur strategischen Schlüsseltechnologie - Drones

„Physical AI“: Intelligente Robotik wird zur strategischen Schlüsseltechnologie

Robotik steht vor dem nächsten großen Entwicklungsschritt: Mit „Physical AI“ erwächst aus der Verbindung von KI und Robotern eine neue Generation intelligenter Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen, aus Erfahrungen lernen und eigenständig Entscheidungen treffen können. Symbolhaft stehen dafür Roboter mit menschenähnlichen Eigenschaften, sogenannte „Humanoide“. Eine neue Studie des FERI Cognitive Finance Institute in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA untersucht diese technologische Disruption sowie ihre weitreichenden Auswirkungen auf Wirtschaft, Wertschöpfungsketten und Investments. „Wir sehen den Beginn einer rapiden Transformation der Robotik, die weltweit enorme Konsequenzen nach sich ziehen wird“, erklärt dazu Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter der Bad Homburger Denkfabrik.

Humanoide scheinen spektakulär – sind aber nur die Spitze des Eisbergs

Humanoide Roboter zielen primär auf Anwendungen in Service, Pflege oder Prozessautomation. Sie sind dabei aber nur die sichtbarste Ausprägung eines deutlich größeren Trends: Die eigentliche Robotik-Revolution vollzieht sich tiefer in der Wertschöpfungskette, bei Halbleitern, Software, Sensorik, KI-Modellen, Recheninfrastrukturen und Simulationsumgebungen. Während Industrierobotik bereits ein etablierter Massenmarkt ist und Servicerobotik insbesondere in Logistik und Gesundheitswesen stark expandiert, befindet sich humanoide Robotik noch in einer frühen Phase. „Im Jahr 2025 ist eine Rekordsumme von rund 6,1 Milliarden US-Dollar an Venture Capital in die humanoide Robotik geflossen. Allerdings ging der Großteil des Geldes in die Forschung, da ein etablierter Massenmarkt derzeit noch fehlt“, erläutert Rapp.

Demografischer Wandel und ökonomischer Druck treiben Automatisierung

Wichtige Treiber der Entwicklung sind massive Fortschritte bei KI, Sensorik und technologischer Integration. Zusätzlich wirken jedoch auch strukturelle Faktoren: „In alternden Gesellschaften erzeugt der demografische Wandel bei Fach- und Arbeitskräften starken Substitutionsdruck“, so Rapp. Hinzu kommt verschärfter globaler Wettbewerb, speziell aus China, der primär über Prozesseffizienz geführt wird. Aktuelle Beispiele sind „Dark Factories“, die nahezu ohne menschliche Eingriffe rund um die Uhr produzieren. Die Total Costs of Ownership für Industrieroboter sinken laufend – im Gegensatz zu steigenden Lohn- und Lohnnebenkosten. Rapp verdeutlicht: „Diese Kräfte erzwingen weltweit massive Investitionen in Automatisierung. Robotik wird so letztlich zur unverzichtbaren Säule gesellschaftlicher Souveränität und Existenzsicherung.“

Deutschland hat starke Voraussetzungen – aber Nachholbedarf im globalen Wettbewerb

Vor diesem Hintergrund verschärft sich auch die globale Wettbewerbsdynamik: Während China eine klare Strategie zum Ausbau seiner Industrierobotik verfolgt, nutzen die USA ihre Stärken bei KI-Software, Risiko-Kapital und Plattformökonomie. Europa und insbesondere Deutschland besitzen industrielle Expertise, spezifisches Know-how sowie eine exzellente Forschungslandschaft, müssen jedoch bürokratische Barrieren abbauen und attraktive Leistungsangebote deutlich schneller skalieren.

Chancen für Unternehmer und professionelle Investoren

Die enorme Dynamik im Bereich „Physical AI & Robotik“ verspricht schnelle Entwicklungssprünge mit einer Vielzahl spezifischer Opportunitäten. Unternehmer und professionelle Investoren sollten das Thema eng beobachten und laufend bewerten, dabei aber auch die internationale Wettbewerbsdynamik im Blick behalten. Aktuell resultiert jedoch ein asymmetrisches Chancen-Risiko-Profil: Direkte Investitionen in einzelne Robotikanbieter können mit hohen technologischen Risiken verbunden sein. Deutlich robuster erscheinen die vorgelagerten Wertschöpfungsstufen. Rapp betont: „Ganz gleich, welches spezifische Robotersystem sich durchsetzt – Zulieferer für Sensorsysteme, Simulationssoftware und KI-Infrastruktur profitieren in jedem Fall.“ Die aktuelle Studie „KI meets Robotik: Physical AI, Humanoide Roboter und die Zukunft der Automatisierung“ des FERI Cognitive Finance Institute entstand in Zusammenarbeit mit Experten des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Die Analyse ist zum Download verfügbar im Content Center.


Über das FERI Cognitive Finance Institute

Das 2016 von Dr. Heinz-Werner Rapp gegründete und von ihm bis heute geleitete Cognitive Finance Institute ist strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik der FERI Gruppe, mit Fokus auf innovative Analysen und langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung. Das Institut nutzt dazu neueste Erkenntnisse aus Bereichen wie Verhaltensökonomie, Komplexitätstheorie und Kognitionswissenschaft. Die Analysen des Instituts werden regelmäßig publiziert und fließen in die vom CEO/CIO der FERI Gruppe, Dr. Marcel V. Lähn, verantwortete Multi Asset-Strategie ein.

Hinter dem FERI Cognitive Finance Institute steht ein erfahrenes Team mit interdisziplinärem Hintergrund, langjähriger Forschungspraxis und spezifischen Kenntnissen. Zudem besteht Zugang zu einem hochkarätigen Netzwerk externer Experten aus Wissenschaft und unabhängigen Think Tanks.

Dr. Heinz-Werner Rapp war bis 2023 langjähriger Vorstand und CIO der FERI Gruppe, für die er seit 1995 tätig ist. Rapp hat an der Universität Mannheim Wirtschaftswissenschaften studiert und über psychologisch geprägtes Anlegerverhalten („Behavioral Finance“) promoviert. Er beschäftigt sich seit Jahren mit komplexen Kapitalmarktmodellen und hat maßgebliche Grundlagen der „Cognitive Finance“-Theorie entwickelt. FERI ist bereits seit 1987 als bankenunabhängiger Asset Manager mit den Schwerpunkten Investment Management, Investment Advice und Investment Research etabliert. Der Name FERI steht für „Financial & Economic Research International“.


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