Hightech statt Gift

Wie KI und unbemannte Systeme die Landwirtschaft revolutionieren könnten

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    Von Pestizid-Rückständen im Gemüse bis hin zu steigenden Düngemittelpreisen durch geopolitische Instabilität – die Agrarbranche steht unter Druck. Doch die Unternehmen Burro und Carbon Robotics haben technische Lösungen entwickelt, bei denen unbemannte Systeme mit Hilfe von KI Pestizide und Herbizide auf dem Acker zunehmend überflüssig machen könnten. Und davon profitieren nicht nur die Verbraucher. 

    Es ist eine beunruhigende Bilanz für gesundheitsbewusste Verbraucher: Der aktuelle „Shopper’s Guide to Pesticides in Produce 2026“ zeigt, dass trotz gründlichen Waschens in 96 Prozent der Proben des sogenannten „Dirty Dozen“ – darunter Spinat, Erdbeeren und Äpfel – Rückstände von Pestiziden nachgewiesen wurden. Die Chemikalien, die eigentlich nur Ernten schützen sollen, sind längst fester Bestandteil der menschlichen Nahrungskette geworden.

    Was der Iran-Krieg mit steigenden Düngemittelpreisen zu tun hat

    Doch nicht nur ökologische Bedenken wachsen, auch an einer anderen Front könnten unbemannte Systeme die Landwirtschaft voranbringen. Die Sperrung der Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Schlagadern für den Handel mit fossilen Brennstoffen und Rohstoffen, droht die Preise für synthetische Düngemittel und Agrar-Inputs deutlich zu verteuern. Landwirte sehen sich also von mehreren Seiten mit Problemen konfrontiert. 

    Einen Weg aus dieser Sackgasse haben nun Unternehmen wie Carbon Robotics und Burro aufgezeigt. Ihre Vision: Der Einsatz von Herbiziden soll nicht nur reduziert, sondern im Idealfall durch intelligente Maschinen komplett ersetzt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Carbon Robotics den „LaserWeeder“ vorgestellt. Ausgestattet mit 24 NVIDIA-Grafikprozessoren analysiert diese Maschine in Echtzeit tausende von Pflanzenbildern pro Sekunde. Eine KI unterscheidet präzise zwischen Nutzpflanze und Unkraut. Statt das gesamte Feld mit Chemie zu fluten, zielt ein thermischer Laser punktgenau auf das Wachstumszentrum des Unkrauts und zerstört es rückstandslos. 

    In diesem Demonstrationsvideo wird gezeigt, die der LaserWeeder mit Hilfe eines hochenergetischen Lichtsstrahls gezielt Unkraut veröded. In diesem Fall wurde das Gerät noch von einem bemannten Traktor über das Feld gezogen

    Beträchtliches Einsparpotenzial bei Pflanzenschutzmitteln

    Neben der Lasertechnologie setzt die Branche auf eine Effizienzsteigerung durch autonome Sprühsysteme. In Zeiten von Fachkräftemangel und den durch die Hormus-Krise befeuerten Kostensteigerungen kann ein präziseres Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln und Dünger dazu beitragen, den Chemikalienverbrauch maßgeblich zu senken und Arbeitsressourcen anderweitig nutzen zu können. 

    Die Funktionsweise ist dabei vergleichbar mit dem Laser Weeder: Systeme wie Sprayito oder der modulare Roboter Burro Grande nutzen Infrarot-Chlorophyllsensoren, um Unkraut zu identifizieren. Unerwünschte Pflanzen werden dann punktgenau behandelt. Das Ergebnis: 75 Prozent weniger Chemikalienverbrauch. Außerdem kann das Personal aus der Sprühzone abgezogen werden und übernimmt stattdessen die Fernsteuerung und Überwachung der Systeme aus sicherer Distanz.

    Zukunftssicher durch KI und UGV 

    Die Vorteile der punktgenauen Bearbeitung von unerwünschten Gewächsen in der Landwirtschaft durch KI-Analyse in Kombination mit unbemannte Bodenfahrzeuge liegen auf der Hand. Doch darf man nicht vergessen, das die Einführung solcher Technik weit außerdem der Investitionsmöglichkeiten von Landwirten liegen. Dennoch scheint angesichts der unsicheren Weltlage und der steigenden Anforderungen an den Umweltschutz der Weg klar: Die Zukunft der Landwirtschaft ist nicht chemisch, sondern digital. Wenn Laser und KI die Arbeit übernehmen, wird der „Dirty Dozen“-Bericht der Zukunft hoffentlich eine weitaus sauberere Geschichte erzählen.


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