Wissenschaftliche Untersuchung zur Ausbreitung von FSME-Risikogebieten

UAS-Daten von Zecken-Lebensräumen

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    Man findet sie in Österreich und der Schweiz sowie in Teilen Skandinaviens und Osteuropas. Auch in Deutschland ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auf dem Vormarsch. Doch wie genau die Ausbreitung vonstattengeht, lässt sich kaum vorhersagen. Noch. Denn Forschende aus München und Würzburg arbeiten gemeinsam daran, herauszufinden, unter welchen Lebensbedingungen sich FSME-Viren und Borrelia-Bakterien besonders wohlfühlen. Und setzen dabei auch auf UAS-Unterstützung.

    Lebt man in einem FSME-Risikogebiet oder macht dort Urlaub, sollte man sich gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis impfen lassen. Denn im schlimmsten Fall können Infektionen gravierende gesundheitliche Folgen haben. Das FSME-Virus vermehrt sich vornehmlich in kleinen Nagetieren wie etwa Mäusen, die Übertragung auf den Menschen erfolgt in der Regel über den Gemeinen Holzbock. Diese in weiten Teilen Europas heimische Zeckenart fühlt sich besonders in Waldrandgebieten wohl.

    Vertikale und horizontale Struktur des Waldes

    Beispielsweise in Amberg-Sulzbach und Schwandorf in der Oberpfalz. Die beiden Landkreise gehören zu den FSME-Hotspots in Deutschland. Und sind daher ein optimales Untersuchungsgebiet. Während Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität München am Boden Zecken einsammeln und anschließend auf FSME-Viren und Borrelia-Bakterien testen, sammelt ein Fernerkundungsteam der Universität Würzburg mit Vermessungsdrohnen Thermal-, Multispektral- und LiDAR-Daten der jeweiligen Standorte. Durch die Analyse der vertikalen und horizontalen Struktur des Waldes erhoffen sich die Beteiligten am Projekt Monid Habitrack (Habitat Prediction and Surveillance of Tick-borne Diseases using Modelling and Imaging Technology) Antworten darauf, welche Umweltfaktoren und Mikrohabitat-Eigenschaften das Vorkommen von FSME-Viren und Borrelia-Bakterien bei Zecken fördern.

    „Unsere hochgenauen Messmethoden der Erdbeobachtung ermöglichen es, zunächst kleinräumig und detailliert zu erfassen, wo Gefahren für die Gesundheit lauern, und daraus großflächige Aussagen abzuleiten. Gerade die Fernerkundung mit Drohnen liefert sehr präzise lokale Daten, die sich dann auf größere Gebiete übertragen lassen“, erklärt Projektleiterin Dr. Ariane Droin vom Earth Observation Research Cluster (EORC) der Universität Würzburg. Aus den Analysen sollen möglichst präzise Vorhersagen erstellt werden, zu welchen Zeiten und an welchen Orten das Risiko in den Oberpfälzer Landkreisen besonders hoch ist, sich eine Zecke und damit womöglich eine bedrohliche Infektionskrankheit einzufangen. Und im besten Fall vorhersagen zu können, wie sich das Virus in Deutschland und Europa weiter ausbreiten wird und welche Präventionsmaßnahmen gegebenenfalls möglich sind.


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