Stadtentwicklung

UAM-Industrie im Großraum Paris

Bereits vor einigen Monaten wurde bekannt, dass das deutsche Unternehmen Volocopter als erstes Unternehmen Industriepartner einer Initiative zur Ansiedlung einer UAM-Industrie im Großraum Paris sein würde (wir berichteten in Drones 01/2021). Nun wurden auch 30 weitere Partnerfirmen benannt. Darunter der chinesische Volocopter-Konkurrent EHang

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Das Thema Urban Air Mobility (UAM) ist eine der spannendsten städteplanerischen Herausforderungen unserer Zeit. Gigantische Metropolregionen wie die französische Hauptstadt Paris scheinen das perfekte Umfeld, um neue Formen des Personen- und Warenverkehrs zu etablieren. Zum Beispiel mit Hilfe von unbemannten Luftfahrzeugen. Neben technologischen und regulativen Herausforderungen gibt es jedoch auch Fragen nach der öffentlichen Akzeptanz und skalierbaren Geschäftsmodellen, die vorab zu beantworten sind.

Eine herausfordernde Verkehrsinfrastruktur sowie die Notwendigkeit, mit Hilfe von modernen Technologien die Emission von Feinstaub oder klimaschädlichen Gasen zu verringern: Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 entwickelt die städtische Entwicklungsagentur Choose Paris Region derzeit intensiv ein Konzept zur Etablierung eines UAM-Ökosystems rund um die französische Hauptstadt. Ein Konzept, in dem Lufttaxis zentrale Bedeutung zukommen könnte. Neben dem Flughafenbetreiber Aéroports de Paris (Groupe ADP) ist daher auch RATP, der staatliche Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs in der französischen Hauptstadt, an der Initiative beteiligt. 

Testfeld auf dem Flugplatz Pontoise

Choose Paris Region, Groupe ADP und die RATP Group vereint das Ziel, langfristig ein Ökosystem von Großkonzernen, kleinen und mittelständischen Unternehmen, Start-ups und Universitäten in der Region Paris zu etablieren sowie die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Drohnen als Ergänzung zum bestehenden Mobilitätsangebot etabliert werden können. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Einrichtung eines Testfelds auf dem Flugplatz Pontoise, zirka 35 km nordwestlich von Paris. Im ersten Halbjahr 2021 sollen die notwendigen Prozesse auf dem Flugfeld, im Bereich des Ein- und Ausstieges innerhalb des Gebäudes sowie der Wartung und des Betriebs etabliert werden. In Zusammenarbeit mit der französischen Zivilluftfahrtbehörde DGAC kann dann, so die derzeitigen Planungen, im Juni 2021 der Flugtaxi-Betrieb in einer realen Flughafenumgebung getestet werden, wobei Volocopter offenbar zuerst am Zug sein wird.

Um interessierte Player für das ambitionierte Projekt zu begeistern und gleichzeitig möglichst passende Mitstreiter auswählen zu können, wurde unter dem Motto „Re.Invent Air Mobility“ ein weltweiter Aufruf für Partnerbewerbungen platziert. Zwischen dem 01. Oktober und dem 13. November 2020 hinterlegten 150 interessierte Unternehmen aus 25 Ländern ihr Interesse an einer Zusammenarbeit, diese Woche wurden dann die insgesamt 30 Firmen benannt, die sich in den Kategorien Flugzeugentwicklung, städtische Infrastruktur, operativer Flugbetrieb, Luftraumintegration sowie Akzeptanzstudien besonders hervortun konnten. Darunter viele international bekannte Namen wie Zipline, EHang, Skyports, Airbus, Air France oder die University of California, Berkeley.

Synergien identifizieren

Um dem Ziel einer UAM-Industrie im Großraum Paris Schritt für Schritt näher zu kommen, können die Beteiligten nun in den kommenden kommenden Monaten ihr Fachwissen teilen, Synergien identifizieren und Experimente auf dem Flugplatz Pontoise durchführen. In enger Zusammenarbeit mit der französischen Zivilluftfahrtbehörde (DGAC), mit Unterstützung der Agentur für Flugsicherheit der Europäischen Union (EASA) und von Eurocontrol können dort unter Realbedingungen komplexe Betriebsabläufe simuliert und Wartungs- beziehungsweise Reparaturszenarien erprobt werden. Ein überaus spannendes Projekt, das durchaus das Potenzial dazu hat, Strahlkraft auch auf andere Metropolregionen der Welt zu entfachen.

Abbildung: Volocopter



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