Biodiversität: Drohnen im Dienst der Wissenschaft

Minimalinvasive Datenerhebung

Wenn es darum geht, das Verhalten von Tieren zu erforschen, stecken Biologinnen und Biologen zuweilen in einem Dilemma. Denn um Erkenntnisse zu sammeln, müssen sie deren Lebensraum betreten. Und beeinflussen so zwangsläufig ihren eigenen Forschungsgegenstand. Um diesen Effekt möglichst zu minimieren, kommen häufig Drohnen zum Einsatz. Denn durch die Beobachtung aus der Luft können die Störeffekte zumindest verkleinert werden, wie zwei aktuelle Beispiele für die minimalinvasive Datenerhebung zeigen.

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Gerade bei Meeresbewohnern ist es oft schwierig, aktuelle Informationen zu deren Zustand und Verhalten zu sammeln. Oft müssen diese dafür – zumindest temporär – eingefangen werden. Eine Prozedur, die Stress erzeugt und bei denen die Tiere im schlimmsten Fall sogar Schaden nehmen können. Für die Untersuchung von Delfin-Populationen haben Forscherinnen und Forscher an der University of Aberdeen nun ein Verfahren entwickelt, um anhand der Silhouette von weiblichen Tümmlern festzustellen, welche Tiere innerhalb einer Gruppe trächtig sind. Auf diese Weise lassen sich Erkenntnisse über die Fertilität der bedrohten Tiere und auch darüber gewinnen, welchen Einfluss der Lebensraum auf die Reproduktionsrate hat. Denn neben den „erfolgreichen“ Schwangerschaften sollen durch die wiederholte Beobachtung auch Daten darüber gewonnen werden, wie oft es – etwa aufgrund von Nahrungsknappheit – zu Fehl- und Totgeburten kommt.

Kleine Tiere, kleiner Lebensraum

Am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels wiederum gelang es Vic Clement, Rieke Schluckebier und Dennis Rödder, neue Erkenntnisse über die Raumnutzung und Lebensraumbedürfnisse von Zauneidechsen zu gewinnen. Ziel des Projekts war es, mehr über das Verhalten der bedrohten Reptilien zu erfahren. Denn insbesondere die Zerstörung ihrer Habitate und die Renaturierung von vermeintlichem Ödland rauben der Eidechse wichtige Rückzugsgebiete. Der Aktionsraum der lediglich bis zu 15 Zentimeter großen Zauneidechsen ist so klein, dass hochauflösende Karten vonnöten sind, um ihr Verhalten zu untersuchen. Aus geringer Höhe wurden per Drohne hochauflösende Bilder des Gebiets aufgenommen, sodass einzelne Strukturen wie Büsche, Gras, Sand oder Bäume gut zu unterscheiden sind. So konnten die Bonner Wissenschaftler die beobachteten Aktionsräume der untersuchten Tiere auf die detaillierte Karte übertragen und auf diese Weise die Struktur des Habitats innerhalb der Grenzen des Aktionsraumes untersuchen. Deutlich wurde dabei, dass die niedrigen Brombeerbüsche im Kölner Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide von essentieller Bedeutung für die dortige Zauneidechsen-Population sind. Eine Erkenntnis, die für künftige Artenschutzbemühungen von enormem Wert sein kann. Und die entscheidend durch die Drohnen-gestützte, minimalinvasive Datenerhebung ermöglicht wurde.

Abbildung: Clement, Schluckebier, Rödder / LIB

 

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