Nachgefragt bei Sonja Dluhosch und Balázs Nagy vom Team Horyzn

Kooperationsvereinbarung mit VW

In ländlichen Gebieten die Erstversorgung bei medizinischen Notfällen optimieren, dass ist die „Mission Pulse“ der studentischen Initiative Horyzn an der TU München. Ein per Drohne zugestellter Defibrillator soll die entscheidende Zeitersparnis liefern, um Leben zu retten. Anders als das schwedische Unternehmen Everdrone (Lese-Tipp: Drohnensystem von Everdrone liefert Defibrillator mit Seilwinde) setzt das Horyzn-Team um Project Lead Balázs Nagy und Sonja Dluhosch, die sich im Subteam „Business & Certification“ unter anderem um die Geschäftsfeldentwicklung kümmert, nicht auf ein Multirotorsystem, sondern auf den Einsatz einer Flächendrohne. Support bekommen die 58 Studentinnen und Studenten aus 21 Nationen neben dem der eigenen Uni von einer ganzen Reihe weiterer Förderer. Angefangen bei akademischen Institutionen wie dem Forschungsnetzwerk Munich Aerospace oder dem Bauhaus Luftfahrt bis hin zu Unternehmen wie beispielsweise Hensoldt, Lilium oder auch Quantum-Systems. Und nach einem aktuellen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung steht derzeit eine Kooperationsvereinbarung mit VW kurz vor dem Abschluss. Doch was würde eine Zusammenarbeit mit Volkswagen konkret für Horyzn bedeuten? Und wie steht es um die Entwicklung der „Mission Pulse“-Drohne? Drones fragt nach.

Von

Drones: Mit der Projektvorstellung im Frühjahr hat „Mission Pulse“ jede Menge Aufmerksamkeit auf sich gezogen, die Liste der Presseberichte und prominenten Unterstützer wird immer länger. Hand aufs Herz: Hätten Sie mit einem so positiven Feedback gerechnet?

Sonja Dluhosch: Kurz gesagt: Es ist so gekommen, wie wir uns das von ganzem Herzen gewünscht haben. Wir haben uns erhofft, dass wir der Gesellschaft mit diesem Projekt nicht nur einen Mehrwert bringen können, sondern dass wir durch unsere Arbeit auch die allgemeine Akzeptanz von Drohnen in der Gesellschaft erhöhen können. Das wir auf so großes Interesse gestoßen sind – sowohl von Seiten der Forschung als auch aus Politik und Industrie – darauf sind wir wirklich sehr stolz. Für uns als studentische Initiative der TU München ist wichtig zu zeigen, wie wir die neuesten Technologien dafür einsetzen, Gutes zu tun. Und wir wollen andere Studenten motivieren, eigene Initiativen ins Leben zu rufen. 

Aktuell stehen Sie kurz vor einer Kooperationsvereinbarung mit VW. Wie könnte eine solche Zusammenarbeit denn konkret aussehen? Und vor allem: Was würde das für die weitere Entwicklung der „Mission Pulse“-Drohne bedeuten?

Balázs Nagy: Da die Kooperation im Moment noch sehr am Anfang steht, kann ich Ihnen leider nicht viel dazu sagen. Die Zukunft der Mobilität – das ist, was uns beide verbindet. Wir sind sehr froh, dass wir durch die Zusammenarbeit mit VW realitätsnahe Probleme lösen und Teil dieser vernetzten Mobilität sein können, denn das ist genau das Ziel unserer Initiative. Wir werden unser Projekt „Mission Pulse“ wie geplant durchführen und freuen uns sehr darüber, von VW unterstützt zu werden und die Idee gemeinsam weiterentwickeln zu können. An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass wir immer noch auf der Suche nach Unterstützern sind, um ein erfolgreiches Projekt zu ermöglichen. 

Wie kam die Kontaktaufnahme mit der VW-Zentrale in Wolfsburg zustande und wie konkret ist das inhaltliche Interesse? Geht es dabei um das Gesamtkonzept „Mission Pulse“ oder einzelne Technologiebestandteile, die beispielsweise für autonome Fahrzeuge interessant sein könnten? 

Sonja Dluhosch: Das Interesse kam aus den oberen Etagen des VW-Konzerns, was wir den Medienberichten über uns zu verdanken haben. VW entwickelt die vernetzte Mobilität und dabei können viele Teilnehmer eine Rolle spielen, welche erfolgreich miteinander kommunizieren können müssen. 

Horyzn ist ein Projekt von Studierenden der TU München. Aber kommen Sie alle derzeit eigentlich noch dazu, Ihr Studium voranzutreiben? Ist Horyzn nicht bereits ein Full-Time-Job?   

Balázs Nagy: Natürlich ist es nicht einfach, das alles neben dem Studium voranzutreiben. Aber wir arbeiten als Team nicht nur gemeinsam an unserem Projekt, sondern haben auch Arbeitsgruppen, in denen wir zusammen lernen und uns gegenseitig helfen. Außerdem versuchen wir, das Projekt mit unserem Studium zu verbinden und schreiben unsere Studienarbeiten bei Horyzn. Bislang wurden zwölf wissenschaftliche Arbeiten verfasst beziehungsweise die Bachelor- und Masterarbeiten werden derzeit fertiggestellt. Darüber hinaus wurde eine wissenschaftliche Arbeit im Rahmen des Aviation Forums des American Institute of Aeronautics and Astronautics (AIAA) veröffentlicht. 

Last, but not least: Wie laufen die Arbeiten an der „Mission Pulse“? Sind Sie mit der Entwicklung von Drohne und Missionsumfeld im Zeitplan?

Sonja Dluhosch: Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an unserer eVTOL-Defibrillator-Drohne „Frankenstein I“, die im September und Oktober entstehen wird. Die Drohne wurde bereits für den Anwendungsfall ausgelegt und vollständig konstruiert. Wir testen derzeit unsere Subsysteme in kleineren Drohnen, zum Beispiel das Seilsystem, mit dem der Defibrillator heruntergelassen wird, oder den in der Drohne verbauten Fallschirm. Des Weiteren planen wir derzeit unser Rollout mit hochkarätigen Gästen im Dezember. Bei diesem Event wird der Prototyp „Frankenstein I“ zum ersten Mal der Welt präsentiert. 

 

Lese-Tipp

Mehr über das Team Horyzn und die „Mission Pulse“ lesen Sie in einem ausführlichen Beitrag in Drones 3/2021. Sie haben das Heft verpasst? Kein Problem. Diese und alle weiteren noch erhältlichen Ausgaben des Magazins für die Drone-Economy können unter www.drones-magazin.de/shop nachbestellt werden.



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