Everdrone liefert Defibrilator mittels Drohne - Drones
Medizinische Studie

Drohnensystem von Everdrone liefert Defibrilator mit Seilwinde

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In medizinischen Notfällen zählt oft jede Sekunde. Je schneller Hilfe vor Ort und erste Maßnahmen eingeleitet werden, desto größer die Überlebenschancen. Das gilt insbesondere bei Fällen von Herzversagen. Um so schnell wie möglich erste Hilfe leisten und die Reanimation einleiten zu können, beginnt im Juni ein spannendes Projekt im schwedischen Göteborg. Wie der Drohnenhersteller Everdrone mitteilte werden zwischen Juni und September 2020 im Rahmen einer klinischen Studie drei Drohnensysteme so im Stadtgebiet positioniert, dass sie bei einem Notruf zu Einsatzorten in einem Radius von 6 Kilometer fliegen und dort per Seilwinde einen Defibrilator abliefern können. Bei dem Gemeinschaftsprojekt mit der Notrufzentrale SOS Alarm und dem Zentrum für Reanimationswissenschaft am renommierten Karolinska Institut soll ein Areal mit insgesamt 80.000 Einwohnern abgedeckt werden.

Nach Angaben von Everdrone sind pro Jahr etwa 275.000 Menschen in Europa von einem Herzstillstand betroffen, der sie außerhalb eines Krankenhauses oder einer anderen medizinischen Einrichtung ereilt. Die Überlebensrate betrage lediglich etwa 10 Prozent. Untersuchungen legen jedoch nahe, dass die Überlebensrate auf bis zu 70 Prozent ansteigen könnte, wenn innerhalb der ersten Minuten eine Herz-Lungen-Wiederbelebung eingeleitet wird und eine schnelle Defibrillation erfolgt. Hier setzt das Projekt an. Geht ein entsprechender Notruf bei SOS Alarm ein, werden zeitgleich die Rettungskräfte informiert und die Drohne auf die Reise geschickt. Trifft das unbemannte System, das laut Hersteller mit Intel RealSense-Technologie zur Hindernisvermeidung und intelligenter Software zur Reduzierung der Flugzeit über Menschen ausgestattet ist, am Einsatzort ein, wird der Defibrilator aus einer Höhe von 30 Metern per Seilwinde heruntergelassen. Die Mitarbeiter der Notrufzentrale geben telefonisch Anweisungen für die korrekte Wiederbelebung, bis die Rettungssanitäter und gegebenenfalls ein Notarzt eintreffen. Erste Ergebnisse der Studie sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Bei positivem Verlauf soll das Projekt auf weitere Teile Schwedens oder auch andere Städte in Europa ausgeweitet werden.

Foto: Everdrone


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