Royal Mail erprobt Postzustellung per Drohne auf Inselgruppe Isles of Scilly

Kombinierte Drohnen-Lieferkette getestet

Die Isles of Scilly sind eine Gruppe aus 140 kleinen Inseln, die etwa 45 Kilometer südwestlich des englischen Festlands im Atlantik liegen. Bislang versorgt die Royal Mail die Menschen auf den fünf bewohnten Inseln per Flugzeug mit der Post. In einem Pilotprojekt wurde nun eine kombinierte Drohnen-Lieferkette getestet. Während eine Windracer-Flächendrohne mit bis zu 100 Kilogramm Tragkraft die Sendungen über das Meer brachte, erfolgte die Weiterverteilung auf die Inseln mit kleineren Skyports-Drohnen in VTOL-Ausführung.

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Das Wetter im Süden Englands und auf den vorgelagerten Isles of Scilly kann durchaus wechselhaft sein. Wind und Regen sind das eine, Nebel das andere. Tritt Letzterer auf, dann kann die Royal Mail zuweilen den Zustellbetrieb auf die Inselgruppe nicht aufrecht erhalten. Denn für bemannte Maschinen im Sichtflugbetrieb sind der Weg vom Festland zur Hauptinsel St. Mary’s und insbesondere die Landung dort dann schlichtweg zu gefährlich. Dass eine verzögerte Zustellung – beispielsweise von Medikamenten oder auch Corona-Tests – durchaus problematisch sein kann, liegt auf der Hand. (Lese-Tipp: Wingcopter transportiert Covid-19-Tests in Schottland mit Drohne) Um auch bei schlechter Witterung die Versorgung der Inseln sichern zu können, hat die Royal Mail nun eine kombinierte Drohnen-Lieferkette getestet. Bewährt sich das System, könnte es beispielhaft für die Versorgung abgelegener Gebiete in ganz England werden – und gegebenenfalls darüber hinaus.

Stärken nutzen

Das Besondere an dem Pilotprojekt ist die Kombination zweier verschiedener Drohnentypen. Eine zweimotorige Flächendrohne von Windracer übernimmt dabei den Transport der gesamten Liefermenge vom Festland auf die Insel St. Mary’s. Die Tragkraft von etwa 100 Kilogramm Payload reicht aus, um eine durchschnittliche Postlieferung befördern zu können. Der große Vorteil: Anders als bemannte Postflugzeuge sind die unbemannten Systeme nicht auf gute Sichtverhältnisse angewiesen. Und können dem häufiger auftretenden englischen Nebel daher trotzen. Auf dem Inselflughafen angekommen werden besonders eilige Sendungen dann von kleineren Drohnen in VTOL-Ausführung weiter verteilt – zum Beispiel auf eine der vier weiteren bewohnten Nachbarinseln. Dafür werden kleinere Skyports-Drohnen eingesetzt, die weniger Flugzeit und Payload-Kapazität aufweisen, dafür aber wesentlich flexibler einsetzbar sind und – anders als der Windracer – keine Start- und Landebahn benötigen. 

Foto: Royal Mail



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