Frankfurter UAS veröffentlicht Leitfaden zur KI-Drohnen-Entwicklung


Die Lehreinheit Informatik der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) hat die Ergebnisse umfangreicher Forschungs- und Lehrarbeiten zum Thema KI-Drohnen in einem Handbuch zusammengefasst. Der zweisprachige Leitfaden, der technische Grundlagen und detaillierte Bauanleitungen enthält, ist für verschiedene Szenarien in Forschung und Lehre konzipiert und wird unter einer freien Lizenz veröffentlicht. Die Arbeiten am Thema KI-Drohnen laufen bereits seit 2025.
Das Handbuch dient als Einstieg in das komplexe Feld von Drohnensystemen mit Künstlicher Intelligenz. Schwerpunkte bilden dabei die Entwicklung – inklusive der Auswahl geeigneter Hard- und Software-Komponenten – der Bau und der Betrieb unbemannter Systeme. Veröffentlicht wurde der Leitfaden in deutscher und englischer Sprache, wobei eine laufende Weiterentwicklung durch die Community angestrebt wird.
Wie die Community von der freien Lizenz profitiert
„Unser Ziel ist es, eine lebendige Community zu schaffen, die diese Anleitungen nicht nur für Lehre und Forschungsprojekte nutzt, sondern auch weiterentwickelt“, erklärt Prof. Dr. Christian Baun, Studiengangsleiter des Master-Studiengangs Allgemeine Informatik. Kommentare und Verbesserungsvorschläge seien explizit erwünscht.
Ein wesentliches Element bei der Auswahl der Komponenten war die Wirtschaftlichkeit: Bei der Konzeption der Anleitungen wurde auf Anschaffungskosten, Anpassbarkeit an unterschiedliche Einsatzszenarien, Robustheit sowie die langfristige Marktverfügbarkeit geachtet. Auch die Qualität von Dokumentation und Hersteller-Support spielte eine Rolle, um budgetorientierte Systeme realisieren zu können.
Fokus auf praktikable Anwendungen
Das Dokument stellt bewusst keine vollständige Abhandlung über Drohnen und KI dar. Der Fokus liegt stattdessen auf Technologien und Lösungen, mit denen im Studienfeld Informatik der Frankfurt UAS bereits praktische Erfahrungen gesammelt wurden. In das Handbuch eingeflossen sind insbesondere Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „KI-gestützte Drohnenplattform“, das vom hessian.AI aus dem Connectom Vernetzungs- und Innovationsfonds gefördert wurde, sowie aus flankierenden studentischen Abschlussarbeiten.
Zudem wurden die Erfahrungen aus der Master-Lehrveranstaltung „KI-Drohnen“ an der Frankfurt UAS berücksichtigt, in deren Zentrum die eigenständige Entwicklung KI-gestützter Drohnensysteme durch Kleingruppen steht. Dort entwickeln, konstruieren und programmieren Studierende innovative Systeme, wobei die Aufgaben die Hardware-Integration, die Anbindung von Sensorik und KI-Beschleuniger sowie die Konzeption und Erprobung konkreter Anwendungsszenarien umfassen.
Von der Objekt- bis zur Tiererkennung
Zu den untersuchten Einsatzbereichen gehören unter anderem die Objekt- und Tiererkennung, das Umwelt-Monitoring oder Inspektions- und Logistik-Aufgaben. Auch die Bereiche autonome Navigation und Drop-Mechanismen werden in den Anleitungen behandelt.
Die Veröffentlichung des Leitfadens bietet der Drohnen-Industrie und der zugehörigen Forschungslandschaft einen wertvollen Einblick in praxisnahe Entwicklungsmethoden. Indem die Frankfurt UAS technische Grundlagen und Bauanleitungen unter einer freien Lizenz bereitstellt, senkt sie die Einstiegshürden für die Entwicklung von KI-fähigen Unbemannte-Luftfahrzeuge-Systemen (UAS). Dies fördert nicht nur die schnelle Verbreitung von Wissen und die Bildung einer aktiven Entwickler-Community, sondern beschleunigt auch die Iteration neuer Anwendungsszenarien im kommerziellen und öffentlichen Sektor. Für Unternehmen bedeutet dieser Open-Source-Ansatz, dass standardisierte, kosteneffiziente Komponenten und erprobte Architekturen aus der akademischen Forschung leichter adaptiert werden können, was Innovationen und die Fachkräfteausbildung im Bereich der kollaborativen Robotik direkt unterstützt.
Frankfurt University of Applied Sciences: www.frankfurt-university.de
Foto: B. Bieber – Frankfurt UAS