Drohnenverkehrs-Ordnung

Drohnenverkehrs-Ordnung

Drohnen werden bereits erfolgreich eingesetzt, beispielsweise in der Katastrophenhilfe sowie für den Medikamententransport. Das jedoch insbesondere in ländlichen Räumen. Die Integration von unbemannten Systemen in die Verkehrsinfrastruktur von Ballungsgebieten stellt jedoch eine Herausforderung dar, deren Bewältigung essentiell für die flächendeckende Etablierung von kommerziellen Drohnenanwendung ist. Um diesbezüglich ein Lösungskonzept zu entwickeln soll im Verbund-Projekt „Urbanen Drohnen-Verkehr effizient organisieren“ (UDVeo) ein technisches und juristisches Gesamtkonzept erstellt werden, das den komplexen Genehmigungs- und Steuerungsprozess durch Behörden mithilfe einer Software vereinfacht und optimiert.

Das von der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU) in Hamburg geleitete Projekt verfolgt das Ziel, bis Ende 2022 den Prototypen eines computergestützten Leitsystems für automatisierte Drohnen zu entwickeln und parallel Vorschläge für juristische Regelungen zu erarbeiten. Dabei sollen Prozesse von der Beantragung eines Flugs bis zur Überwachung der unbemannten Bewegungen im urbanen Luftraum abgedeckt werden. Die zu entwickelnde Lösung soll zunächst in der europäischen UAM-Region Hamburg implementiert und getestet werden.

Das genauso spannende wie zukunftsweisende Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit insgesamt etwa 3 Millionen Euro gefördert. Neben Konsortialführer HSU und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gehört auch die Third Element Aviation GmbH aus Bielefeld, die 578.000 Euro aus dem Modernitätsfond des BMVI erhält, zu den treibenden Kräften des Vorhabens. Das im April 2017 gegründete Unternehmen beschäftigt sich mit der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Drohnentechnologien für professionelle Anwendungen, ist unter anderem an einem Projekt zur Kartierung radioaktiver Altlasten in Zentralasien (wir berichteten in Drones-Ausgabe 01/2020) beteiligt. „Wir sind stolz drauf, mit unseren Drohnen und Technologien Teil des Projekts sein zu dürfen“, so Marius Schröder, Geschäftsführer von Third Element Aviation. „Denn es leistet einen wichtigen Beitrag dafür, dass Drohnen ihr Potential schneller und sicherer entfalten können.“ 

Direkt an der UDVeo-Initiative beteiligt ist die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg. Mehr noch. Aus dem Haus des parteilosen Senators Michael Westhagemann kam sogar der Anstoß für das Forschungsprojekt, das sowohl die juristischen als auch die technischen Implikationen der Drohnenregulierung einschließt. „Drohnen sind fester Bestandteil der zukünftigen Luftfahrt. Mit diesem Projekt wird der Grundstein für eine sichere Integration von Drohnen in den bestehenden Luftraum gelegt – eine unabdingbare Voraussetzung für die weitere Entwicklung", wird Westhagemann auf der Website der HSU zitiert. "Wir sind stolz, Teil dieses innovativen Projektes zu sein.“

Foto: BMVI

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (4. v.l.) mit Vertretern der Konsortialpartner nach der Übergabe der Urkunden zum Förderprojekts UDVeo 

18. Februar 2020