Drohnendetektion und -abwehr im Verteidigungsbündnis


Wer sich effizient vor potenziellen Angriffen mit militärisch genutzten Drohnen schützen möchte, muss hierfür geeignete technische und konzeptionelle Lösungen entwickeln. Das weiß man natürlich auch bei der NATO. Bei der „Technical Interoperability Exercise“ (TIE) auf einem Areal des Royal Netherlands Aerospace Centre in Marknesse demonstrierten 40 Unternehmen aus 11 NATO-Staaten sowie aus der Ukraine und Australien an die 100 Produkte zur Detektion und Abwehr unbemannter Flugsysteme.
Die Herausforderung, im Bereich der Drohnenabwehr mit den kurzen Entwicklungszyklen unbemannter Systeme Schritt zu halten, ist groß. Bei einem multinationalen Zusammenschluss wie dem Nordatlantikpakt kommt hinzu, dass die eingesetzten Systeme in die gemeinsame technische und organisatorische Infrastruktur integrierbar sein müssen. Um sich an dieser Stelle einen Überblick über das Angebot und die Leistungsfähigkeit der am Markt befindlichen Systeme zu verschaffen, organisierte die Communications and Information Agency (NCIA) innerhalb der NATO die TIE 26, die vom Netherlands Aerospace Centre ausgerichtet wurde.
Effizienz der Wirkungskette im Blickpunkt
In einer kontrollierten Umgebung sollte dabei unter möglichst realistischen Einsatzbedingungen festgestellt werden, welche Lösungen sowohl die gestellten Herausforderungen meistern als auch in die Verteidigungsarchitektur der NATO integriert werden können. Zu den wichtigsten Bewertungskriterien zählten die Stabilität der Zielverfolgung, die sinnvolle Integration in die Befehls- und Entscheidungsstruktur (C2), die Identifizierungsleistung sowie die Effizienz der Wirkungskette bei möglichen Bedrohungen durch unbemannte Luftfahrzeuge.

Sowohl technische als auch operative Qualitäten der vorgestellten Counter-UAS-Lösungen wurden von den mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der TIE 26 bewertet
„TIE 26 belegt, dass Interoperabilität in modernen, mehrschichtigen C-UAS-Operationen keine Option mehr ist – sie ist unverzichtbar“, erklärt Florin Chiper, Leiter für Tests und Evaluierung bei der NCIA. „Die Übung ermöglicht es Radarsystemen, Hochfrequenzsensoren und C2-Lösungen verschiedener Nationen und Industriepartner, Daten auf eine gemeinsame und operativ sinnvolle Weise auszutauschen. Dieser Ansatz fördert die Entwicklung einer wahrhaft integrierten und mehrschichtigen C-UAS-Architektur, in der Fähigkeiten zur Detektion, Verfolgung, Identifizierung und Abwehr nahtlos zusammenwirken, um das Lagebewusstsein, die Interoperabilität und die operative Wirksamkeit zu steigern.“
Technologien und Unternehmen, die während der TIE 26 ihre technische und operative Qualität nachgewiesen haben, qualifizieren sich für die Teilnahme an der Übung „Baltic Trust 26“, die im August in Lettland stattfindet.
Fotos: NCIA
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