

Während in Deutschland eine Debatte über die Detektion sowie die Abwehr illegal betriebener Drohnen geführt wird, ist Counter-UAS in der Ukraine jeden Tag eine Frage von Leben und Tod. Hinter der ersten Verteidigungslinie holen spezielle „Drohnenjäger“ im Donbass feindliche Fluggeräte vom Himmel. Ein gefährlicher Job. Dazu erwächst insbesondere in Frontnähe eine weitere Sorge. Denn der Krieg im Nahen Osten könnte hier gravierende Folgen haben.
Noch vor wenigen Jahren lebten in Kostjantyniwka im Osten der Ukraine fast 70.000 Menschen. Heute harren hier nur noch wenige Einwohnerinnen und Einwohner aus. Gegenüber einer Tankstelle in Frontnähe stehen zwei ausgebrannte Pickups halb im Gebüsch. Die Tankstelle selbst ist eine Ruine. Im Asphalt klafft ein Krater. Über den demolierten Zapfsäulen ragt nur noch ein Stahlgerippe. Darunter, schwarz und glaslos, der ehemalige Verkaufsraum. Eine Handvoll Soldaten zieht auf der Straße davor vorbei. Drohnenjäger. Wie Ritter wirken sie mit ihren schusssicheren Westen, schweren Stiefeln, Helmen und Schnellfeuergewehren mit aufgesetztem Zielfernrohr.
Schutznetze
Doch für Ritter-Romantik ist in der vom Krieg gezeichneten Stadt kein Platz. Entlang der Straße reihen sich Stacheldrahtrollen aneinander. Über den Köpfen der Soldaten sind Netze gespannt, die zumindest einen gewissen Schutz bieten. Doch in den Netzen finden sich immer wieder Löcher und Risse, die von russischen Kamikazedrohnen verursacht wurden. Die Kämpfer marschieren durch die sogenannte Todeszone. Diese erstreckt sich von der Front bis zu 20 Kilometer tief ins Hinterland. Russische Grad-Raketen schlagen hier genauso ein wie Gleitbomben und Artilleriegranaten. In der Luft surren Kamikaze-Drohnen, die Jagd auf alles machen, was sich bewegt.

Die Todeszone: zerstörte Tankstellen, Dörfer in Ruinen, ausgebrann…