Autonome Schiffe im Hamburger Hafen
Unbemannte, automatisiert agierende Wasserfahrzeuge sind keine Zukunftsmusik mehr. Doch noch ist unklar, wie diese in komplexe Umgebungen integriert werden können. Genau das soll im Projekt iPORTUS unter Regie der Hamburg Port Authority (HPA) erforscht werden. Ziel des vom Bundesverkehrsministerium mit rund 1,7 Millionen Euro geförderten Vorhabens ist es, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, um halbautonome und fernüberwachte Uncrewed Surface Vessel (USV) sicher und effizient in den Hafenbetrieb einzubinden.


Vom regulatorischen Rahmen bis zu praktischen Fragen des Flottenmanagements und der Cyberresilienz: Gemeinsam mit den Konsortialpartnern Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML) sowie Kongsberg Maritime Germany möchte die Hamburger Hafenbehörde HPA einen Weg aufzeigen, wie unbemannte Schiffe und Boote sicher in den Alltag integriert und für verschiedene Aufgaben innerhalb einer Hafenanlage eingesetzt werden können. Die iPORTUS-Initiative verspricht daher ein großer Schritt in Richtung vernetzter, klimafreundlicher Prozesse zu werden. Denn das Projekt soll zeigen, wie halbautonome und fernüberwachte Wasserfahrzeuge sicher in die komplexen Abläufe zwischen Containerumschlag und Personenbeförderung integriert werden können. „Mit iPORTUS setzen wir einen Meilenstein für die sichere Integration teilautonomer Systeme in den Hafenbetrieb. Das Projekt schafft nicht nur technologische Innovationen, sondern auch die regulatorischen Grundlagen für den Einsatz dieser Technologien in Deutschland“, sagt Benjamin Blanck, Projektmanager Research & Development bei der HPA.
Wer unterstützt das iPORTUS-Projekt?
Das iPORTUS-Konsortium vereint die Hamburg Port Authority, das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML) sowie Kongsberg Maritime Germany. Die Initiative wird mit rund 1,7 Millionen Euro aus dem IHATEC-II-Programm des deutschen Bundesministeriums für Verkehr gefördert. Der Fokus liegt auf der Integration emissionsarmer Autonomous-Surface-Vessels (ASVs) in den laufenden Hafenbetrieb. Für die Hafenbehörden und Schiffsbetreiber gleichermaßen stehen Sicherheit und Vertrauen im Mittelpunkt.
Das Projekt befasst sich mit nautischer Sicherheit, Cyber-Security und der Entwicklung eines hohen Autonomiegrads, wenngleich die Schiffe von einem Remote-Kontrollzentrum überwacht werden. Ziel von iPORTUS ist es zudem, regulatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zu schaffen, die es autonomen Wasserfahrzeugen ermöglichen könnten, routinemäßig auch in den größten internationalen Häfen zu operieren.
Welchen Beitrag leistet das Projekt zur Cyber-Resilienz?
Die Cyber-Resilienz stellt ein zentrales Anliegen für Schiffsmanager dar, die zunehmend vernetzte Flotten überwachen. Die im Forschungsprojekt eingesetzten ASVs werden daher so ausgestattet, dass sie Cyberangriffen standhalten können. „iPORTUS stärkt das Vertrauen in maritime Autonomie: Wir rüsten ASVs gegen Cyberangriffe, validieren sie im Hafenbetrieb und übersetzen die Ergebnisse in genehmigungsfähige Betriebsmodelle – ein messbarer Beitrag zu Digitalisierung und Dekarbonisierung“, erläutert Lennart Grambow, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer CML.
Die Validierung im Hafenbetrieb und die Übersetzung der Ergebnisse in genehmigungsfähige Betriebsmodelle sind ein greifbarer Beitrag zur Digitalisierung und Dekarbonisierung der Schifffahrt. „Als führendes Technologieunternehmen freuen wir uns sehr, an diesem zukunftsweisenden Thema mitzuwirken und die Technologie erfolgreich in den operativen Einsatz zu überführen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation und schaffen die Grundlage für nachhaltige Innovationen, die unseren Kunden und Partnern langfristigen Mehrwert bieten“, sagt Olaf Lautenschläger, Team Lead Projects bei der Kongsberg Maritime Germany GmbH.
Die HPA im Netz:
https://www.hamburg-port-authority.de
Foto: Fraunhofer CML