Autonomes Fahren im ÖPNV: Schlüsseltechnologien und Herausforderungen
Schon längst sind sie nicht mehr eine Vision – sie sind die Gegenwart: Automatisierte, teilautonome und autonom fahrende Shuttle- und Transportsysteme sind weltweit in Betrieb oder im Testbetrieb. Autonomes Fahren hat sich in den vergangenen Jahren von einer Zukunftsvision zu einem technologisch und regulatorisch greifbaren Mobilitätskonzept entwickelt. Auf der XPONENTIAL Europe, der europäischen Leitmesse für autonome Technologien & Robotik, werden die Technologien präsentiert, die autonome Mobilität erst möglich machen. „Bereits bei unserer Messepremiere im Februar 2025 konnten wir den teleoperierten Shuttle von MIRA präsentieren. Autonome Busse und Shuttles werden inzwischen weltweit eingesetzt. Ich bin überzeugt, dass sie schon bald ein selbstverständlicher Teil unserer Mobilität sein werden“, sagt Malte Seifert, Director der XPONENTIAL Europe. Schirmherr der Messe ist in diesem Jahr Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, der sich für technologischen Fortschritt einsetzt: „Autonomes Fahren ist der Schlüssel zur Mobilität der Zukunft. Wir wollen Deutschland zu einem weltweit führenden Innovations- und Produktionsstandort für autonomes Fahren machen.“


Gerade im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eröffnen autonome Systeme neue Möglichkeiten: Sie versprechen höhere Flexibilität, effizientere Nutzung von Fahrzeugen und neue Formen der On-Demand-Mobilität. Entwicklungen in Europa, den USA und Asien zeigen, wie vielfältig und dynamisch sich der Markt derzeit entwickelt.
Gleichzeitig sind die Herausforderungen dabei evident: Software, Sensorik und Systemintegration müssen höchsten Anforderungen genügen. Infrastruktur, Verkehrsregeln und städtische Rahmenbedingungen müssen angepasst werden. Zudem müssen autonome Mobilitätsangebote wirtschaftlich tragfähig sein, um langfristig im ÖPNV etabliert werden zu können. Konzepte und Techniken, die sich beispielsweise in einer Stadt wie Abu Dhabi gut umsetzen lassen, treffen in europäischen Metropolen wie Hamburg auf deutlich komplexere, historisch gewachsene Mobilitätsstrukturen.
Hamburg startet Testbetrieb mit HOLON urban Mit dem Mobilitätsprojekt ALIKE der Hamburger Hochbahn werden in der Hansestadt zwei verschiedene Fahrzeugtypen im hochautomatisierten On-Demand-Betrieb erprobt: der bereits in Hamburg fahrende ID. Buzz AD von MOIA und jetzt auch der HOLON urban, der im November 2025 die Genehmigung vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) für autonome Testfahrten erhielt.
Dr. Flavio Friesen, Vice President Engineering bei HOLON, freut sich über den aktuellen Fortschritt: „Unser Fahrzeugsystem überzeugt sowohl technisch als auch regulatorisch. Wir gehen mit großen Schritten auf eine neue Ära der Mobilität zu.“ Mit dem Ziel urbane Mobilität durch den Einsatz von autonomen Movern nachhaltiger und inklusiver zu machen, entwickelte HOLON ein homologiertes, vollelektrisches und autonomes Shuttle speziell für den öffentlichen Straßenverkehr. Das sogenannte HOLON urban bietet Platz für 15 Personen, ist barrierefrei, hat einen automatisierten Rampenzugang, einen vollwertigen Rollstuhlplatz und umfassende audiovisuelle Assistenzsysteme. Inklusion und Zugänglichkeit sind wichtige Voraussetzungen, um Teil des ÖPNV zu werden.
Das Testgebiet für die autonomen HOLON-Shuttles in Hamburg umfasst ein Areal von der Elbe bis zum Stadtpark und vom Schlump bis Wandsbek. Es ist mit 37 Quadratkilometern auf einem Gebiet mit 320.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eines der größten Testgebiete für autonome Shuttles in Deutschland.
„Autonome Mobilität ‚made in Europe‘ ist Realität“
Malte Seifert blickt gespannt nach Hamburg: „Was hier – mitten im Zentrum der Hansestadt erprobt wird, ist großartig. Wir sehen aber auch in Berlin und international sehr viele gute Beispiele für autonomes Fahren im ÖPNV“. So sind beispielsweise die französischen EZ10-Shuttles bereits in mehr als 25 Ländern und vielen Großstädten, darunter Singapur, Dubai, Toronto, unterwegs. Der von Moia entwickelte Shuttle VW ID. Buzz AD ist ab 2026 auch in Berlin im Testbetrieb. Im Rahmen eines Projekts mit der Autonomiestufe 4 wird in der Hauptstadt erprobt, wie sich der Nahverkehr um flexible, selbstfahrende Angebote erweitern lässt. Die Fahrzeuge können ohne menschliches Eingreifen fahren. Zur Sicherheit bleibt jedoch während der Testphase eine Person an Bord. „Autonome Mobilität ‚made in Europe‘ ist bereits Realität“, betont Sascha Meyer, CEO von MOIA. „Skalierbare Gesamtlösungen aus Fahrzeug, Software und Services sind für die Zukunft der autonomen Mobilität wichtig. Die XPONENTIAL Europe wird die Technologien zeigen, die dahinterstehen“, so Director Seifert.
Die XPONENTIAL Europe findet vom 24. bis 26. März 2026 auf dem Messegelände Düsseldorf statt.
Autonome Mobilität auf der XPONENTIAL Europe
Auf der XPONENTIAL Europe 2026 wird es unter anderem folgende Live-Demonstrationen autonomer Mobilität geben:
– teleoperierte Shuttles der Rheinmetall-Tochter MIRA
– Quantum-Systems-Drohnenflüge über dem Rhein nahe dem Messegelände
– „NOVA“, das autonome Forschungsschiff des Duisburg Research on Ship Technology and Transport Systems (DST), das auf dem Rhein im Einsatz ist
– tägliche Live-Hacking-Demonstrationen an einem vollautomatisierten Pkw
– geplante BVLOS-Drohnenflüge (Beyond Visual Line of Sight) für Aussteller der XPONENTIAL Europe in Kooperation mit dem Flughafen Mönchengladbach (Nutzung der Flughafeninfrastruktur vor Ort) und dem UAV DACH
Weitere aktualisierte Informationen zu den Schwerpunkten und zu den Programm-Highlights der Veranstaltung sind abrufbar über das Branchenportal: www.xponential-europe.de
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