Wie die FireDrone mit cleverer Technik Feuerwehreinsätze revolutionieren will


Wenn es brennt, zählt jede Sekunde. Doch gerade in unübersichtlichen Szenarien ist es Rettern nicht immer gefahrlos möglich, sich einen Überblick zu verschaffen. Genau für solche Fälle hat ein Team der Schweizerischen Forschungseinrichtung Empa die FireDrone entwickelt. Sie soll Echtzeitdaten aus Hochrisikobereichen liefern, die für Menschen und herkömmliche Drohnen zu heiß sind. Und ist damit auch hochinteressant für die Inspektion von Industrieanlagen, in denen Temperaturen von bis zu 200 °C herrschen.
Die FireDrone ist ein kompakter Quadrokopter, der von einer neuartigen Hülle aus Polyimid-Aerogel umgeben ist. Dieses ultraleichte Isoliermaterial, das ursprünglich für die Dämmung von Raumanzügen und Weltraumfahrzeugen entwickelt wurde, schützt das Innenleben der Drohne vor extremen thermischen Belastungen. In Kombination mit einem integrierten Kühlsystem kann die Drohne über mehrere Minuten bei Umgebungstemperaturen von bis zu 200 °C operieren und hochauflösendes (Wärme-)Bildmaterial liefern.
Vom Forschungsprojekt zum Markttreiber
Was als ambitioniertes akademisches Projekt begann, hat sich mittlerweile zu einem vielversprechenden Spin-off entwickelt. Den emotionalen Startimpuls für die Entwicklung gaben die Bilder des Grenfell-Tower-Unglücks in London im Jahr 2017. Dabei brannte ein 24-stöckiges Wohnhochhaus im Stadtviertel North Kensington aus und 72 Menschen kamen ums Leben. Doch die Idee hinter der FireDrone geht über die reine Brandbekämpfung hinaus, da sie auch über ein enorm großes Einsatzpotenzial in industriellen Anwendungsbereichen verfügt. Wo Anlagen wie Schmelzöfen, chemische Reaktoren oder Tanks inspiziert werden müssen, entstehen durch notwendige Abkühlphasen bisher horrende Ausfallkosten. Mit der FireDrone können Inspektionen künftig „heiß“ durchgeführt werden, was die Effizienz der Anlagen steigert und die Sicherheit des Personals erhöht.
Trotz beeindruckender Laborergebnisse steht das Team nun vor der größten Herausforderung: der Überführung eines hochkomplexen Prototyps in ein robustes, massentaugliches Produkt. Fragen nach der Autonomie in funkgestörten Umgebungen, der langfristigen Finanzierung und der Integration in bestehende Rettungsketten prägen die aktuelle Entwicklungsphase des Startups.
FireDrone im Netz: www.firedrone.com
Foto: EMPA