

Seit Jahren gilt die Zustellung einzelner Waren per Lieferdrohne in Teilen der Öffentlichkeit als Inbegriff einer Zukunftsvision. Soll das Ganze jedoch wirtschaftlich erfolgen, muss der Übergang von isolierten Einzelmissionen hin zu koordinierten, automatisierten Schwarmmanövern gelingen. Eine Voraussetzung dafür ist der Abschied vom 1:1-Prinzip: Ein Pilot, eine Drohne. Durch den Einsatz von Quantencomputing, 6G-Mesh-Netzwerken und digitalen Zwillingen lässt sich der Weg zu einem operativen 1:n-Verhältnis beschreiten.
Die UxS-Industrie befindet sich auf dem Weg von der Vision zur Wirtschaftlichkeit. Während die technologischen Grundlagen auf Seiten der unbemannten Systeme weitgehend gelegt wurden, fehlt es an vielen Stellen noch an wirtschaftlich tragfähigen Konzepten. Damit beispielsweise Lieferdienstleistungen per Drohne vom PR-trächtigen Experiment zum profitablen Geschäftsmodell werden können, müssen nicht nur geeignete rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen und gesellschaftliche Akzeptanz gefördert werden. Auch automatisierte Prozesse im Backend sind zu entwickeln. Denn gerade in der Waren- und Lieferlogistik ist die Software im Hintergrund im Grunde von größerer Bedeutung als das Transportgerät.
Ökonmische Notwendigkeit
Das wirtschaftliche Potenzial macht deutlich, warum sich an dieser Stelle Investitionen in Forschung und Entwicklung auszahlen können. Nach einer Prognose des indischen Marktforschungsunternehmens Mordor Intelligence wird der globale Markt für Drohnenlogistik bis zum Jahr 2031 auf ein Volumen von 13,92 Milliarden US-Dollar anwachsen. Auf den Plattformen MDPI und ResearchGate veröffentlichte Studien zeigen, dass multimodale Schwarmkonstruktionen mit zwei unterschiedlichen UAS-Typen im Vergleich zur Nutzung eines einzigen Drohnenmodells bei Logistikdienstleistungen zu Energieeinsparungen von 22 Prozent führen können. Weitere Untersuchungen legen nahe, dass durch den Einsatz elektrisch angetriebener UAS-Schwärme der CO2-Ausstoß auf der letzten Meile im Vergleich zu aktuellen Transportlösungen mit Verbrennungsmotoren um bis zu 90 Prozent reduziert werden könnte.