Nachgefragt bei Alexander Engelfried, Co-Founder und CBDO von FairFleet

Potenziale erschließen

Drohnen, die für kommerzielle Betriebsszenarien entwickelt und angeboten werden, sind in aller Regel gründlich erprobt und getestet, bevor sie auf den Markt kommen. Und auch im Praxis-Einsatz tun die unbemannten Systeme renommierter Herstellerin im Normalfall das, was von ihnen erwartet wird. Doch unter Betriebsbedingungen tauchen dann doch immer mal wieder Dinge auf, die optimiert oder mit denen UAS noch effizienter im Betrieb, noch komfortabler in der Nutzung werden könnten. Gemeinsam entsprechende Potenziale erschließen zu können ist das Ziel der Partnerschaft, die Service-Provider FairFleet und Drohnen-Produzent Quantum-Systems kürzlich geschlossen haben. Aber wie konkret soll die Kooperation der beiden bayerischen Unternehmen ablaufen, von der nach eigenen Angaben sogar die ganze Branche profitieren kann? Drones fragt nach bei Alexander Engelfried, Co-Founder und Chief Business Development Officer von FairFleet.

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Drones: Warum passen FairFleet und Quantum-Systems so gut zusammen?

Alexander Engelfried: FairFleet und Quantum-Systems passen deshalb so gut zusammen, weil sich beide Unternehmen in ihrer Expertise gut ergänzen. Als Drone-Solution-Dienstleister ist FairFleet auf effiziente und zuverlässige Systeme angewiesen. Das VTOL-System und die Payload-Optionen von Quantum-Systems entsprechen dabei den hohen Anforderungen unserer Kunden. Auch das hochmotivierte Team in Gilching passt gut zu uns. Es macht einfach Spaß, mit Quantum-Systems zu arbeiten. 

Welche konkreten Vorteile bietet die Kooperation mit Quantum-Systems für FairFleet-Kunden?

Die Anforderungen unserer Kunden sind in den letzten Jahren stark gewachsen. Auch durch die Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen haben viele Unternehmen verstanden, dass durch den Einsatz von Drohnen herkömmliche Prozesse beschleunigt und verbessert werden können. Gleichzeitig ist die zu befliegende Fläche bei einzelnen Aufträge in den vergangenen Jahre stetig größer geworden. Auch die immer häufiger auftretenden Unwetterereignisse wie Überschwemmungen oder starke Stürme führen dazu, dass wir schnell und flexibel ganze Ortschaften für unsere Kunden erfassen müssen. Dabei stoßen Koptersysteme schnell an ihre Effizienzgrenze. VTOL-Systeme wie das von Quantum-Systems bieten die erforderliche Effizienz, da schnell und einfach sehr große Areale zuverlässig beflogen werden können. Durch diese Effizienzsteigerung können wir das „bottleneck“ Datenerfassungszeit beseitigen und unsere Kunden erhalten ihre Ergebnisse noch schneller. Vor allem bei zeitkritischen Projekten für Versicherungen oder bei der Inspektionen von Infrastruktur ein entscheidender Vorteil für unsere Kunden.

Die Partnerschaft soll keine reine Einbahnstraße sein, über die UAS vertrieben werden, sondern auch Erkenntnisse zur künftigen Verbesserung von Quantum-Systems-Drohnen liefern. Wie konkret soll das ablaufen? Und welches Optimierungspotenzial sehen Sie?

Eine wahre und faire Partnerschaft sollte meiner Meinung nach nie eine Einbahnstraße sein, sonst wäre es ja eine reine Kunden- oder Lieferantenbeziehung. Beide Seiten sollten möglichst in gleichen Teilen profitieren. Durch unsere Partnerschaft erhalten wir und unsere Piloten direkten Zugriff auf die Produkte von Quantum-Systems. Das hilft uns dabei, unsere Kunden bestmöglich zu bedienen und das auch mit Systemen, die neu oder vielleicht noch gar nicht auf dem Markt erhältlich sind. Somit verschaffen wir uns natürlich einen erheblichen Vorteil, wenn wir schnell und unkompliziert auf das neueste Equipment von Quantum-Systems zugreifen können. Gleichzeitig werden wir gemeinsam mit unseren Piloten Feedback für unsere Partner bei Quantum-Systems sammeln und mit unserer großen Erfahrung mit Produkten anderer Hersteller anreichern. Für die Entwicklung von neuen und der Weiterentwicklung bestehender Systeme ist direktes Feedback von erfahrenen Anwendern extrem wichtig. Aktuell lässt sich noch nicht einschätzen, was konkret verbessert werden kann. Wenn wir aber das Potenzial sehen, dass Anwendungen noch besser, einfacher oder schneller durchführbar sein könnten, werden wir natürlich den Finger in die Wunde legen.

Sollten solche Partnerschaften nicht eine Art Blaupause für die Branche sein und viel mehr Hersteller strukturiert mit Anwendern zusammenarbeiten?

Ja, auf jeden Fall. Wir sind immer wieder erstaunt, wie wenig Partnerschaften es innerhalb der verschiedenen Bereiche der Drone-Economy gibt. Dabei zeigt sich aus den Erfahrungen anderer Industrien, wie wichtig solche Kooperationen sind. Insbesondere zwischen Herstellern und Anwendern ist eine Partnerschaft sinnvoll. Drone-Service-Dienstleister wie FairFleet erkennen schnell, welche System-Sensor-Kombination zuverlässige Ergebnisse liefert, welches System möglichst viele Einsatzszenarien abdecken kann und vor allem, welches besonders wirtschaftlich ist. Diese Informationen geben wir auch als Equipment-Voraussetzung an unser Pilotennetzwerk weiter. Service Provider wie wir sitzen direkt am Kunden und verstehen, welche Lösungen skalierbar funktionieren. Je enger Hersteller und Dienstleister zusammenarbeiten, desto schneller lassen sich neue Systeme, Flugeigenschaften und Sensoren entwickeln und zu besseren Kundenlösungen verschmelzen. Eine Win-Win-Situation. 

Sie haben gesagt, dass die gesamte Drone-Economy von der Partnerschaft zwischen Quantum-Systems und FairFleet profitieren wird. Wie meinen Sie das?

Meiner Meinung nach hat die Drone-Economy immer noch ein Akzeptanzproblem, wenn es um Anwendungen geht. Diese Ablehnung entsteht daraus, dass es für viele Einsatzszenarien bisher nur eingeschränkte Lösungen gibt. Die wesentlichen Ursachen dafür sind neben den regulatorische Hürden auch die limitierten technischen Fähigkeiten der UAS oder der jeweiligen Sensoren, wodurch viele Einsatzszenarien unwirtschaftlich bleiben. Wir haben jedoch den Anspruch, Lösungen für Kundenprobleme zu entwickeln und unsere bestehenden Solutions immer weiterzuentwickeln. Dabei ist es entscheidend, das richtige Equipment nutzen zu können. Unser Feedback kann dabei helfen, dass bestehende Systeme in die richtige Richtung weiterentwickelt werden. Dadurch können sich noch mehr sinnvolle, skalierbare und wirtschaftliche Lösungen für Unternehmen entwickeln. Das hilft, zukünftig die Akzeptanz von Drohnen in bisher „unrentablen“ Bereichen stark auszubauen und endlich noch mehr Drohen-Anwendungen in bisher eher abgeneigten Industriezweigen zu sehen. 

 

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