Drohnenabwehr für Landsysteme

KNDS und TYTAN-Technologies vertiefen Kooperation

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    Die Bedrohung durch UAS verändert die Anforderungen an militärische Landsysteme grundlegend. Um Besatzungen und Fahrzeuge effektiv zu schützen, setzen der Rüstungskonzern KNDS und das Münchner-Startup TYTAN-Technologies auf eine verstärkte Zusammenarbeit. Durch die Integration innovativer Abfangsysteme und die Entwicklung neuer europäischer Standards soll die technologische Basis für eine KI-gestützte Luftverteidigung geschaffen werden.

    KNDS und TYTAN-Technologies haben eine Vereinbarung zur Erweiterung ihrer Zusammenarbeit im Bereich der Drohnenabwehr für militärische Landsysteme unterzeichnet. Die Unterzeichnung erfolgte im Beisein von Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, durch Balázs Nagy, CEO von TYTAN-Technologies, und Mathias Nöhl, Executive-Vice-President für Digitalisierung bei KNDS. Die Partnerschaft knüpft an die erfolgreiche Integration des kinetischen Abfangsystems Interceptor-S in den Radpanzer Boxer RCT30 an, die im Herbst 2025 während einer Experimentalserie der Bundeswehr in Munster präsentiert wurde.

    Im Kern der Kooperation steht der Schutz von Landsystemen und deren Besatzungen vor unbemannten Luftfahrzeugen. KNDS als führender europäischer Anbieter von Landsystemen und das 2023 gegründete Startup TYTAN-Technologies bündeln hierfür ihre Kompetenzen. Die Zusammenarbeit umfasst neben der gemeinsamen Entwicklung von Drohnenabwehr-Lösungen auch die Etablierung eines neuen europäischen Standards für mobile Start-Systeme unbemannter Luftfahrtsysteme. Ziel ist es, den Schutz in den Bereichen Basissicherung und Front-Luftverteidigung signifikant zu erhöhen.

    30 Millionen Euro für das Wachstum

    Um die technologische Entwicklung und die industrielle Skalierung voranzutreiben, hat TYTAN-Technologies zudem eine Finanzierungsrunde in Höhe von 30 Millionen Euro abgeschlossen. Damit erhöht sich die Gesamtkapitalisierung des Münchner-Unternehmens auf 46 Millionen Euro. Angeführt wird die Finanzierung vom NATO-Innovation-Fund sowie von Armira, aber auch bereits aktive Geldgeber wie Visionaries-Club, Lakestar und OTB-Ventures haben sich erneut beteiligt. Mit diesem Kapital plant das Unternehmen den Ausbau seiner Produktion in Deutschland, der Ukraine und weiteren verbündeten Märkten.

    Tausende Abfangdrohnen für die Front

    Die Relevanz dieser Technologien wird durch die aktuellen Entwicklungen auf dem modernen Gefechtsfeld unterstrichen. Laut TYTAN-Technologies verändert der massive Einsatz kostengünstiger Drohnen die Anforderungen an die Luftverteidigung massiv. Berichte aus der Ukraine zeigen, dass dort teils mehrere hundert Drohnen pro Tag eingesetzt werden. Das Startup verfügt bereits über bestätigte Regierungsverträge zur Lieferung von einigen tausend METIS-Abfangdrohnen an die ukrainischen Streitkräfte. In Deutschland kooperiert das Unternehmen zudem mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr beim Schutz militärischer Einrichtungen.

    Für die industrielle Skalierung hat TYTAN-Technologies seine Führungsstruktur erweitert. Tahsin Kart, zuvor unter anderem als leitender Ingenieur bei Roketsan-Missiles tätig, übernimmt als Co-CEO die Verantwortung für die Produktion. Zudem verstärkt der ehemalige NATO-General Chris Badia das Board des Unternehmens. Laut Bundesministerin Katherina Reiche entstehen solche Fähigkeiten nicht nur am Schreibtisch, sondern werden durch reale Einsatzerfahrungen und die Bereitschaft zur Risikoübernahme geprägt.

    Die Kooperation zeigt, dass die Integration von Künstlicher Intelligenz und agiler Hardware-Entwicklung in etablierte militärische Großplattformen der neue Industriestandard wird, um der Bedrohung durch Drohnenschwärme zu begegnen. Darüber hinaus unterstreicht die massive Finanzierung durch den NATO-Innovation-Fund das Vertrauen in europäische Deeptech-Startups innerhalb des Verteidigungssektors. Für Akteure der Branche signalisiert die Entwicklung neuer europäischer Standards für mobile Start-Systeme eine Phase der Konsolidierung und Interoperabilität, die langfristig Marktchancen für spezialisierte Zulieferer und Entwickler im Bereich Counter-UAS eröffnet.

    TYTAN im Netz: www.tytan-technologies.com


    Foto: TYTAN-Technologies






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