Abschlussbericht zum U-space-Reallabor in Hamburg

Handlungsempfehlungen

Das U-space-Reallabor im Hamburger Hafen war eines der spannendsten Projekte zur Zukunft der unbemannten Luftfahrt im Jahr 2021. Auf einem mehr als 30 Quadratkilometer großen Areal hatte ein Konsortium aus zahlreichen Unternehmen und Institutionen unter Leitung der DFS Deutsche Flugsicherung sowie der Droniq GmbH die Einrichtung eines „Drohnenverkehrssystems“ erprobt. Die Ergebnisse des Testbetriebs und konkrete Handlungsempfehlungen wurden nun dem Bundesverkehrsministerium übergeben.

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Ab 2023, so die Vorgaben der Europäischen Union, müssen die Mitgliedstaaten eine Reihe obligatorischer Dienste zur Einrichtung geografischer Gebiete zur gemeinsamen Nutzung durch bemannte und unbemannte Systeme anbieten. Mit der Einrichtung eines Reallabors im Hamburger Hafen wurde nun zwischen Mai und November 2021 erprobt, inwiefern das EU-Konzept in der Praxis funktioniert und die technischen, regulatorischen sowie organisatorischen Voraussetzungen gegeben sind. Im Anschluss an den Probebetrieb übergaben die beteiligten Projektpartner eine Auswertung der durchgeführten Testflüge sowie konkrete Handlungsempfehlungen an das BMVI, welches das Reallabor mit insgesamt 500.000 Euro gefördert hatte. Und auch wenn die detaillierte Auswertung durch das Bundesverkehrsministerium noch eine Weile andauern wird, äußerte sich Andreas Scheuer kurz vor dem Ausscheiden aus dem Amt des Verkehrsministers noch ausgesprochen positiv zum Verlauf der Testphase. „Die Praxistests im von uns geförderten bundesweit ersten U-Space-Reallabor wurden erfolgreich abgeschlossen“, wird der CSU-Politiker in einer gemeinsamen Pressemitteilung von DFS und Droniq zitiert. „Die Tests haben gezeigt, wie ein gutes, sicheres und intelligentes Zusammenspiel zwischen bemannter und unbemannter Luftfahrt aussehen kann.”

Autorisierte Drohnenflüge

Erprobt wurde dabei insbesondere das Zusammenwirken der für einen U-space obligatorischen Dienste, die eine sichere und effiziente Einbindung von Drohnen in einen gemeinsam mit bemannten Fluggeräten genutzten Luftraum ermöglichen sollen. Der Traffic Information Service beispielsweise informiert Drohnenbetreiber über anderen Flugverkehr, der Flight Authorisation Service stellt sicher, dass es zu keinen räumlichen und zeitlichen Überschneidungen autorisierter Drohnenflüge im U-Space kommt. Weitere zwingend vorgeschriebene Angebote sind der Geo-Awareness Service für die Belieferung des Drohnenbetreibers mit Informationen über den Luftraum und mögliche Flugbeschränkungen sowie der Network Identification Service, der Identifizierungsdaten der unbemannten Systeme für autorisierte Nutzer bereitstellt.

„Mit dem U-Space-Reallabor in Hamburg wurde erstmals getestet, wie sich die Vorgaben der neuen europäischen U-space-Verordnung in Zukunft mit Leben füllen lassen“, bilanzierte Michael Westhagemann, Wirtschafts- und Innovationssenator der Hansestadt. „Hamburg als UAM-Modellstadt, in der an den verschiedensten Projekten der unbemannten Luftfahrt gearbeitet und geforscht wird, ist dafür genau der richtige Standort, um sich den Herausforderungen der Koordination verschiedener Drohnen im untersten Luftraum zu stellen.“ Die europäische U-Space Verordnung muss bis Januar 2023 auch in deutsches Recht überführt werden. Das U-space-Reallabor über dem Hamburger Hafen sollte daher als Blaupause dafür dienen, wie entsprechende Lufträume in Deutschland eingerichtet werden können (wir berichteten). 

Anspruchsvolle Umgebung

Geht es nach Jan-Eric Putze, CEO der Droniq GmbH, müsste man damit jedoch nicht mehr so lange warten. „Wir haben im Reallabor gezeigt, dass sich ein U-Space überall umsetzen lässt: selbst in einer so anspruchsvollen Umgebung wie dem Hamburger Hafen“, erläutert Putze mit Blick auf den extrem anspruchsvollen Testbetrieb im Herzen einer Millionenstadt sowie mit zwei Flughäfen, dem Hafen, Autobahnen und anderer kritischer Infrastruktur in unmittelbarer Nachbarschaft. „Droniq ist bereits jetzt U-space-ready. Damit unterstreichen wir unseren Anspruch, Deutschlands erster U-space Service Provider zu werden”.



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