Handliches Tool zum attraktiven Preis


Für die meisten denkbaren kommerziellen Anwendungsmöglichkeiten ist die Neo 2 von DJI sicher nicht die erste Wahl. Doch unterschätzen sollte man das Leichtgewicht für unterwegs dennoch nicht. Mit ihren kompakten Abmessungen und dem geringen Gewicht von unter 200 Gramm ist sie nicht nur einfach zu transportieren, sondern auch an Orten einsetzbar, an denen größerer Drohnen passen müssen. Mit aktueller Kameratechnik eröffnet sie daher zusätzliche Möglichkeiten für Marketing- und Dokumentationsaufgaben.
Wer die Neo 2 von DJI nutzen möchte, braucht neben einem aktuellen Smartphone nur gut 200,– Euro und ausreichend Wissen darüber, wo beziehungsweise unter welchen Bedingungen die kleine Kameradrohne eingesetzt werden darf. Angesichts der C0-Zertifizierung gibt es – verglichen mit Mini, Mavic oder Matrice – jedoch nur vergleichsweise geringe Auflagen, was das mögliche Betriebsgebiet angeht. Und schon kann es losgehen. Für Werberinnen und Journalisten genau wie für Influencerinnen und Content-Creator eröffnen sich somit ganz neue Optionen. Und auch Makler, Bau- und Projektleiterinnen sowie Landschaftsgärtner und Forstwirtinnen können das Leichtgewicht für unterwegs auf vielfältige Weise nutzen.
Omnidirektionale Hinderniserkennung
Dass die Neo 2 auch in der Hand unerfahrener Pilotinnen und Piloten sicher durch die Luft fliegt, liegt nicht zuletzt an der omnidirektionalen Hinderniserkennung. Hersteller DJI hat frontseitig einen LiDAR-Sensor im Gehäuse implementiert, der einen sehr großen Bereich (vorne, seitlich, oben, unten) nach Hindernissen scannt. Ein nach unten gerichteter Infrarot-Sensor detektiert die Umgebung vorne, hinten, seitlich und unten sowie die Distanz zum Boden. Eine echte Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell Neo aus dem Herbst 2024.

Der Infrarot-Sensor (schwarzer Knopf) ist Teil der omnidirektionalen Hinderniserkennung
Einen gehörigen Anteil am „Safe-Space-Konzept“ hat die Bauweise der Drohne. Alle vier Antriebe beziehungsweise Propeller sind innerhalb eines massiven Bügels und zudem durch demontierbare Schutzkäfige passiv geschützt. Zudem sorgt robuster Kunststoff an allen Stellen für die nötige Robustheit. So lässt sich die Drohne zum Beispiel auch für Einsätze in Innenräumen wie etwa Lagerhallen oder Gewächshäusern nutzen. Allerdings trägt die Vollbauweise auch dazu bei, dass die Neo 2 für ihre Größe relativ voluminös ausfällt und zum Transport mehr Platz benötigt, als eine Hosen- oder Jackentasche bietet. Selbst im Rucksack fordert die Drohne ihren Tribut – glänzt dann aber wiederum mit maximal 160 g Abfluggewicht.
Preis-Leistungs-Knüller
Doch nicht nur das Äußere weiß zu gefallen. Auch die inneren Werte stimmen. Zwei-Achs-Gimbal, elektronische Bild- und effektive Fluglagenstabilisierung tragen ihren Teil zu perfekten Fotos und Videoaufnahmen bei. Selbst bei böigem Wind sind Wackler eine Seltenheit im Video – die Neo 2 ist bis 10,7 m/s resistent gegen störende Einflüsse, was knapp Windstärke 6 entspricht.
Die Bildqualität der Neo 2 ist – angesichts der Preisklasse – hervorragend und bewegt sich mindestens auf dem Niveau von Mittelklasse-Smartphones. Zwar löst der 1/2-Zoll-Sensor nur mit 12 Megapixeln (4.000 x 3.000 Pixel) in einem Bereich von ISO 100 bis 12.800 auf, allerdings ist der Bildeindruck sehr gut. Farben und Kontrast sind klasse, der Dynamikumfang groß und Strukturen werden fein wiedergegeben. Vermutlich unterstützt auch die Software bei der Bildwiedergabe. Doch da die Drohne eher zu allgemeinen Dokumentations- und Monitoringzwecken oder zur Generierung von Online-Content genutzt werden dürfte, sind solcherlei „Abstriche“ in der Fotoqualität und -auflösung zu verschmerzen.

Der Vorgänger Neo ist kleiner und technisch deutlich reduzierter ausgestattet. Typisch DJI: Die Akkus sind nicht kompatibel
Videoseitig positioniert sich die Neo 2 gegenüber der Neo ebenfalls sichtbar weiter vorn. Möglich sind farblich sehr schöne, kontrastreiche und fein aufgelöste 4k-Videos mit bis zu 100 fps (Bilder pro Sekunde). Hell-Dunkel-Wechsel meistert der kleine Sensor-Chip sehr gut. Da macht es richtig Spaß, mit der Kameradrohne zu filmen. Sogar Hochformat für Social Media-Content hat die Neo 2 drauf und nimmt dann mit 1.512 x 2.688 Pixel im 9:16-Format auf.
Akku-Management
Herstellerangaben zu Flugzeiten sind im Grunde das Äquivalent zu Verbrauchsdaten bei Automobilen. So soll die Neo 2 laut DJI stolze 19 Minuten fliegen können, was unter Laborbedingungen vermutlich auch zutrifft. Doch im Alltag sind eher 12 bis 13 Minuten realistisch. Zum Verlängern der Flugzeiten empfiehlt es sich, in die von DJI angebotene Fly More Combo zu investieren. Bei einem akzeptablen Aufpreis gehören dann zwei weitere Flugakkus und eine Schnellladeschale zum Lieferumfang. Angeschlossen an einen Power-USB-C-Lader (mindestens 65 W, gesondert zu erwerben) lassen sich drei vollständig leere Akkus gleichzeitig in einer guten Stunde aufladen. Das ist äußerst flott sowie komfortabel. Lädt man unterwegs mit einer PD-fähigen Powerbank, reduzieren sich die Pausenzeiten zwischen den Flügen auf unter 15 Minuten. Das sollte für die eine oder andere „Kamerafahrt“ im Follow-me-Modus reichen – und kann das Leichtgewicht für unterwegs zu einem gern gesehenen Begleiter werden lassen.