Erste Urban-Air-Mobility-Strategie einer deutschen Stadt


Die Zukunft der urbanen Mobilität nimmt in Hamburg konkrete Formen an. Die Stadt hat als erste in Deutschland eine Strategie für den Einsatz von Drohnen und automatisierten Luftfahrtsystemen vorgestellt. Bis 2030 sollen Drohnen und automatisierte Luftfahrtsysteme sicher und im urbanen Raum eingesetzt werden. Von medizinischen Transporten bis zum Katastrophenschutz – die potenziellen Anwendungen sind vielfältig.
Hamburg baut seine Vorreiterrolle in der Drohnenwirtschaft weiter aus. Bereits Mitte Januar hatte die Drones-Redaktion exklusiv über die vom Hamburger Senat beschlossene Urban-Air-Mobility-Strategie (UAM) berichtet (https://www.drones-magazin.de/news/drohnen-im-staedtischen-luftraum/). Nun wurde das Papier veröffentlicht. Mit der UAM-Strategie schafft die Hansestadt einen umfassenden Rahmen für den Einsatz von Drohnen und automatisierten Luftfahrtsystemen im urbanen Raum. Ziel ist es, die Metropolregion bis 2030 zu einem international sichtbaren Leitstandort für Anwendungen der Urban Air Mobility zu entwickeln.
Der Strategieprozess wurde von der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation initiiert und gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung entwickelt. Eng begleitet wurde er vom Luftfahrtcluster Hamburg Aviation und dem Drohnennetzwerk Windrove. Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation, betont die Ambition: „Hamburg soll ein europäisches Zentrum für Urban Air Mobility werden – ein Ort, an dem neue Drohnenanwendungen entwickelt, erprobt und schnell in die Praxis gebracht werden. Mit unserer Strategie schaffen wir die Voraussetzungen, damit innovative Technologien sicher und sinnvoll in der Stadt eingesetzt werden können.“
Ein umfassender Rahmen für urbane Anwendungen
Hamburg hat das Potenzial von Drohnen und automatisierten Luftfahrtsystemen früh erkannt und ist bereits seit 2018 europäische Modellstadt für Urban Air Mobility mit einem starken Netzwerk aus Industrie, Forschungseinrichtungen und Start-ups im Bereich unbemannter Luftfahrtsysteme. Die nun veröffentlichte UAM-Strategie schafft erstmals einen strukturierten Rahmen für die Weiterentwicklung dieses Ökosystems. Die Einsatzfelder in Hamburg sind breit gefächert und reichen von Infrastrukturinspektionen und Vermessung über Logistik bis hin zu medizinischen Transporten, Katastrophenschutz sowie der Unterstützung von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) wie Polizei und Feuerwehr.
Eine besondere Herausforderung stellt der komplexe Luftraum über Hamburg dar, der zwei Flugplätze und weitgehend kontrollierten Luftraum umfasst. Die Strategie adressiert diese Rahmenbedingungen und definiert sechs zentrale Handlungsfelder für den Aufbau eines leistungsfähigen und sicheren UAM-Ökosystems: Anwendungsbereiche und Wertschöpfungsketten, Technologie und Industrie, Infrastruktur, Finanzierung, Aus- und Weiterbildung sowie Regulatorik.
Zwei grundlegende Leitlinien ziehen sich dabei durch alle Handlungsfelder: gesellschaftliche Akzeptanz und ökologische Verträglichkeit der neuen Technologie. Die Strategie ist das Ergebnis eines breit angelegten Beteiligungsprozesses mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Start-ups, Forschungseinrichtungen und öffentlichen Institutionen. Ziel war es, Perspektiven aus Technologieentwicklung, Regulierung und praktischer Anwendung zusammenzuführen.

Gemeinsame Umsetzung für skalierbare Lösungen
Auch die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Drohnenwirtschaft. Aufbauend auf bestehenden Pilotprojekten sollen künftig skalierbare Anwendungen und neue wirtschaftliche Perspektiven für die Branche entstehen.
Für die Drohnen-Industrie ist Hamburgs Urban-Air-Mobility-Strategie von erheblicher Relevanz. Sie bietet einen konkreten Fahrplan für die Integration unbemannter Luftfahrtsysteme in den urbanen Raum und schafft damit ein präzedenzloses Modell für andere Städte und Regionen. Die detaillierte Definition von Anwendungsfeldern, Handlungsfeldern und Leitlinien wie gesellschaftliche Akzeptanz und ökologische Verträglichkeit liefert Herstellern, Dienstleistern und Entwicklern eine klare Orientierung für Produktentwicklung und Geschäftsmodelle.
Die Strategie fördert nicht nur die Entwicklung neuer Technologien, sondern auch deren sichere und sinnvolle Anwendung in der Praxis. Durch die Schaffung eines strukturierten Rahmens und die enge Zusammenarbeit mit der Drohnenwirtschaft entstehen neue Marktchancen und ein stabiles Umfeld für Investitionen und Innovationen. Dies positioniert Hamburg als einen wichtigen Knotenpunkt für die Zukunft der Urban Air Mobility in Europa.
https://www.hamburg-aviation.de/themen/urban-air-mobility/urban-air-mobility-strategie/
Foto: Jan Brandes