

Die präzise Vermessung und Überwachung von langen Leitungstrassen, sogenannter linearer Infrastruktur, lässt sich mit unbemannten Flugsystemen effizient und präzise durchführen. Doch der Weg vom ersten Pilotprojekt hin zu einem wirtschaftlich attraktiven Gesamtsystem ist steiniger, als man am Anfang vermuten könnte. Denn es gilt, eine sinnvolle Prozesskette aus Datenaufnahme, -haltung und -auswertung zu etablieren. Das eingesetzte UAS spielt dabei eine vergleichsweise kleine Rolle.
Traditionell erfolgt die Inspektion von Rohrleitungstrassen durch regelmäßige Helikopterbefliegungen. Das Ziel ist, Ereignisse wie unbefugte Bautätigkeiten, Absackungen oder unerwünschten Baumbewuchs entlang der Leitung frühzeitig zu erkennen. Diese Methode ist jedoch zeit- und kostenintensiv und geht mit erheblicher Lärmbelastung für Anwohnerinnen und Anwohner einher. Die Augel GmbH aus Weibern in Rheinland-Pfalz hat sich als Baudienstleister auf hochsensible Anlagen der petrochemischen und produzierenden Industrie spezialisiert und ist zudem für Unternehmen aus der Energiebranche tätig. Dabei setzt man zunehmend auf unbemannte Systeme. Zum Beispiel, um mit Drohnen eine effizientere, emissionsärmere und regelmäßigere Trassenüberwachung anbieten zu können.
Digitale Transformation
Das Unternehmen hat erkannt, welches Potenzial moderne Vermessungstechnologie im Zuge der digitalen Transformation der Baubranche bietet. 2023 wurde die Abteilung Augel 3D-Solutions gegründet, um die Drohnenbefliegung und die 3D-Vermessung als neue Dienstleistungssparte aufzubauen. Das Ziel ist es, Baustellen und Leitungstrassen effizienter, sicherer und detailgetreuer zu dokumentieren. Die Idee: Drohnen können großflächige Baustellen und lange Rohrleitungstrassen in kurzer Zeit berührungslos und präzise erfassen. Dadurch lassen sich beispielsweise Baufortschritte lückenlos dokumentieren, und bei der Inspektion von Pipelines könnten drohnenbasierte Ansätze die traditionellen Hubschrauberflüge ergänzen oder ablösen.